Ein fähiger Diplomat und Außenpolitiker im Dienst von KIRCHE IN NOT

Hans Graf Huyn ist am 22. Januar im Alter von 80 Jahren verstorben – Ein Nachruf

Hans Graf Huyn, ehemaliger Präsident von KIRCHE IN NOT Deutschland, beim “Internationalen Mitarbeiterkongress zur Lage der Kirche in Osteuropa” Schönstatt, 1990.

Hans Graf Huyn, ehemaliger Präsident von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Am vergangenen Samstag ist der ehemalige Vorsitzende von KIRCHE IN NOT Deutschland, Hans Graf Huyn, im Alter von 80 Jahren in Ritten (Südtirol) verstorben.

Graf Huyn war unserem Hilfswerk durch Mitarbeit viele Jahre eng verbunden. 1988 bat ihn sein Freund Josef Stingl, der frühere Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, dessen Nachfolge als Vorsitzender von KIRCHE IN NOT Deutschland zu übernehmen.

Von 1988 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden 2005 war er Vorsitzender von KIRCHE IN NOT Deutschland sowie zeitweise auch stellvertretender Präsident des Gesamtwerks. Seine Nachfolgerin Antonia Willemsen steht seit 2006 an der Spitze der deutschen Sektion.

Hans Graf Huyn brachte bei KIRCHE IN NOT seine wertvollen beruflichen Erfahrungen aus dem diplomatischen Dienst und der Tätigkeit als außenpolitischer Berater und Bundestagsabgeordneter in das oberste Leitungsgremium, den Generalrat, ein. Auch vertrat er das Hilfswerk gegenüber der deutschen Bischofskonferenz.

Früherer Werdegang

Geboren wurde Hans Graf Huyn am 3. Juli 1930 in Warschau als Sohn des Presseattachés an der Deutschen Gesandtschaft. Er war katholisch, verheiratet mit Altgräfin Rosemary zu Salm Reifferscheidt Dyck, hatte vier Kinder.

Als Jurist bekleidete er zunächst verschiedene diplomatische Ämter. Ab 1965 war er dann Regierungsdirektor in der Bundesfinanzverwaltung. Ferner betätigte er sich als Publizist und hielt Vorträge. In den Siebzigern war er außenpolitischer Berater von Franz Josef Strauß im Deutschen Bundestag. 1974 begründete er die Europäische Konferenz für Menschenrechte und Selbstbestimmung in der Schweiz mit, deren Vizepräsident er bis 1999 war. 1976 bis 1990 war er Abgeordneter der CSU im Deutschen Bundestag sowie deren außenpolitischer Sprecher.

25.Jan 2011 19:20 · aktualisiert: 25.Jan 2011 19:39
KIN / T. Waitzmann