Sudan: “Betet für einen dauerhaften Frieden”

Bischof Edward Hiiboro Kussala aus dem Südsudan appelliert an KIRCHE IN NOT

Edward Hiiboro Kussala, Bischof von Tambura-Yambio / Südsudan.

Bischof Edward Hiiboro Kussala aus dem Südsudan hat in einem Schreiben an KIRCHE IN NOT um erneutes Gebet und Unterstützung gebeten angesichts der bevorstehenden Teilung seines Landes.

Zwar werde das vorläufige Endergebnis der Volksabstimmung in dem nordafrikanischen Land vom 9. Januar erst Ende des Monats erwartet, jedoch deuteten die bisherigen Auszählungen auf eine eindeutige Mehrheit für die Bildung eines neuen unabhängigen Staates Südsudan hin.

Medienberichten zufolge schätzen jüngste Hochrechnungen den Anteil auf bis zu 99 Prozent. Der amtierende Präsident Umar al-Baschir habe angekündigt, das Ergebnis des Referendums als gültig anzuerkennen, da die Wahlbeteiligung den Mindestwert von 60 Prozent deutlich überschritten habe.

Bischof Kussala berichtete, die Menschen im Südsudan hätten eine “starke Hoffnung auf einen Wandel zum Besseren”.  Er unterstrich den Bedarf an Gebet und Unterstützung in einem schicksalshaften Moment der Geschichte des Landes. “Wie viele von Ihnen wissen, ist dies ein historischer Moment mit weitreichenden und heiklen Entscheidungen. … Ich möchte Sie um Gebet bitten für einen dauerhaften Frieden im Sudan.”

Beobachter im Sudan hätten turbulente Zeiten im Vorfeld des 9. Juli vorhergesagt, an dem der Südsudan seine Unabhängigkeit erklären soll. Als verschärfende Faktoren im Land sähen sie den Mangel an Investitionen, Konflikte zwischen Stämmen und die Bedrohung durch Guerilla-Kämpfer und Terroristen.

Der Bischof strich die politische Bedeutung der Hilfswerke heraus, die die Weltaufmerksamkeit auf dem Südsudan hielten. Dadurch werde auf die Politiker Druck ausgeübt, auf Frieden hinzuarbeiten. “Ich danke Organisationen wie KIRCHE IN NOT, weil externer Druck und die Gebete der internationalen Helfergemeinschaft eine Wirkung auf die Regierung ausüben und den Autoritäten klar machen, dass Krieg keine Option ist.” Immerhin, so Kussala, habe man die politischen Fronten so weit, dass “niemand beschuldigt werden möchte, einen Krieg begonnen zu haben.”

Armut im Sudan - Kassala Grundschule im Stadtteil Hajj Youssif der Hauptstadt Khartum.

Armut im Sudan - Kassala Grundschule im Stadtteil Hajj Youssif der Hauptstadt Khartum.

In der letzten Zeit hat Bischof Kussala immer wieder seine Mahnung an die Menschen im Südsudan wiederholt, den Frieden zu wahren. “Jeder hier hat verständlicherweise große Erwartungen an die bevorstehenden Ereignisse. Das Wichtigste ist, dass die Menschen Ruhe bewahren und dass die Regierung diszipliniert vorgeht.”

Abwanderung in den Süden

Berichte aus dem ganzen Land deuteten an, dass im Zuge des Referendums eine regionale Migration begonnen habe. Tausende Menschen, viele davon Christen, verließen die Elendsviertel in und um die Hauptstadt Khartum im Norden und wanderten in den Südsudan ab. Grund dafür sei die wachsende Befürchtung einer Islamisierungspolitik al-Baschirs mit steigender Intoleranz gegenüber Christen und anderen Minderheiten.

Hoffnungsvoll stimme ihn, so Kussala, dass in seiner Diözese und anderswo Vorbereitungen getroffen werden, die Zuwanderer zu empfangen. Die hiesige Bevölkerung sei bereit, sie unterzubringen.

So können Sie die Menschen im Sudan unterstützen:

25.Jan 2011 15:54 · aktualisiert: 25.Jan 2011 16:00
KIN / T. Waitzmann