Neuer Abt im Stift Heiligenkreuz

Pater Maximilian Heim ist zum Vorsteher des Zisterzienserklosters  gewählt worden

Pater Maximilian Heim.

Am 10. Februar ist Zisterzienserpater Maximilian Heim zum neuen Abt von Stift Heiligenkreuz in der Nähe der österreichischen Hauptstadt Wien gewählt worden. Er ist Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz.

Der gebürtige Oberfranke studierte in Augsburg und in Heiligenkreuz Katholische Theologie., wo er 1983 auch ins Kloster eintrat. Fünf Jahre später entsandte ihn der Zisterzienserorden nach Bochum. Dort baute er mit drei Mitbrüdern die Seelsorge im neugegründeten Kloster Stiepel auf und stand der Gemeinschaft als Prior vor.

Wir sprechen Pater Maximilian Heim unseren herzlichen Glückwunsch zur Wahl als Abt des Stiftes Heiligenkreuz aus und wünschen ihm alles Gute und Gottes Segen für seine zukünftigen Aufgaben.

In unserer Reihe “Wen Gott ruft – Gespräche zum Priesterjahr” hat er mit KIRCHE IN NOT über seine Berufung und sein Leben als Priester gesprochen. Wir veröffentlichen einen Auszug aus diesem Interview.

Wann haben Sie den Ruf Gottes zum ersten Mal gespürt?
Ich war zwar noch ein Kind, aber ich kann mich erinnern, als mir ein Priester ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet hat. Das war für mich etwas Durchdringendes. Ich bin schon früh mit in die Heilige Messe gegangen und hatte eine solche innere Freude an der Feier der Eucharistie, dass es für mich noch nie ein Problem war, dorthin zu gehen – selbst als Vorschulkind.

Es kam etwas Besonderes hinzu: Nach dem Konzil war es nämlich möglich, dass jene Kinder, die zuhause vorbereitet wurden, die Frühkommunion empfangen durften. Da ich gut vorbereitet war, konnte ich schon mit fünf Jahren die heilige Kommunion empfangen.

Das klingt sehr ungewöhnlich. Wie kam es dazu? Lag es an Ihren Eltern?
Ich habe eine fromme Mutter. Sie selbst war aber von der Arbeit ziemlich in Anspruch genommen, da wir zuhause ein Geschäft hatten. Ihre Schwester lebte mit in unserem Haus.

Sie war ledig und für uns Kinder wie ein Engel. Sie war eine ganz einfache Frau und hatte früher bei den Bauern gearbeitet, wie es nach dem Krieg üblich war. Danach kam sie in unsere Familie.

Wir waren fünf Kinder, und mein Vater war ganz glücklich, dass sie gekommen war. Denn so konnte meine Mutter mehr im Geschäft mithelfen. Diese Tante war für uns Kinder ein großer Segen und hat sich unheimlich viel Zeit für uns genommen. Sie hat uns das “Fenster zu Gott” geöffnet.

Begegnung mit Papst Benedikt XVI.

Sie hatten also schon als Kind sehr tiefe Erlebnisse – aber wann kam Ihnen zum ersten Mal der Gedanke, dass Sie gerne Priester werden würden?
Das ist eine einschneidende Geschichte, die mir meine Mutter bis nach meiner Priesterweihe verschwiegen hat. Ich habe das nicht mehr in Erinnerung gehabt. Am Weihnachtstag 1973 starb mein Vater plötzlich an einem Herzinfarkt. Damals war ich erst zwölf Jahre alt. Am Abend sagte ich zu meiner Mutter – und das war für sie der einzige Lichtblick an diesem Tag: “Ich möchte Priester werden.”

Die Erinnerung daran hat mir der liebe Gott wohl wieder genommen. Erst Jahre nach meiner Weihe hat mir meine Mutter davon erzählt. Sie hatte damit so lange gewartet, weil sie mich nicht in eine Richtung drängen wollte. Für mich war diese Bestätigung ein Geheimnis, das ich in mir verborgen hatte und über das ich sonst auch nie gesprochen habe.

Ein weiterer Punkt, der für meine Berufung entscheidend wurde, war die Aufnahme in ein gutes Internat, das von den Oblaten der makellosen Jungfrau Maria (OMI) geführt wurde. Es war ein kleines Internat mit maximal 36 Schülern. Wir hatten ein Jahr bevor mein Vater starb einen neuen Präfekten bekommen. Ein junger Priester – ein richtiges Vorbild -, der mit uns gelernt, gebetet und gespielt hat. Er war für uns eine Art zweiter Don Bosco, und bei ihm war auch mein Schmerz, den eigenen Vater verloren zu haben, gut aufgehoben.

Glauben Sie, man kann Berufungen “erbeten”?
Ich bin davon überzeugt. In unserer Familie haben wir jeden Tag um Priester- und Ordensberufungen gebetet. Das war für unsere Mutter selbstverständlich. Vor kurzem ist mir ein Gebet wieder in den Sinn gekommen, das mich als Kind sehr angerührt hat, obwohl ich es überhaupt nicht begreifen konnte.

Es heißt: “O Jesus, ewiger Hohepriester, der Du aus Liebe zu uns die Menschheit durch Dein Leiden und Deinen Kreuzestod erlöst hast, nimm durch die gebenedeiten Hände Deiner Mutter mein Leiden gütigst an. Mit Deinem Kreuz opfere ich Dir das meine in Liebe auf. Befruchte das Apostolat Deiner Priester, damit ein Reich des Lichtes, der Liebe und des Friedens zu uns komme. Fiat für Deine Priester, für die Seelen.”

Als Kind habe ich die Bedeutung dieses Gebets sicher nicht begriffen, aber ich konnte im Nachhinein im Leben meiner leiblichen Mutter und anderer mir nahestehender Menschen erkennen, was es bedeutet.

Wo liegen Ihre “Quellen des Glaubens”, aus denen Sie schöpfen?

Pater Maximilian Heim bei der Klosterprimiz.

Die Quelle schlechthin ist für mich die heilige Eucharistie. Sie ist eine Quelle, aus der ich schon als Kind geschöpft habe. In der Kommunion sind wir mit dem Herrn eins und werden so untereinander ein Leib und ein Geist in ihm. Gerne verharre ich jeden Tag nach der Heilige Messe längere Zeit in der Danksagung.

Die eucharistische Anbetung, die ich erst als Jugendlicher im Internat richtig kennen lernte, ist mir seither zur vertrauten Begegnung mit Jesus geworden.

Als Ordensmann lernte ich neue Quellen kennen, die seither mein Leben formen: dazu gehört die geistliche Lesung und das Stundengebet. Nach wie vor ist für mich der Rosenkranz mein täglicher Begleiter.

Sie sind nicht nur Priester und Ordensmann, sondern auch Professor. Trennen Sie Ihre geistlichen und weltlichen Aufgaben?
Natürlich ist das eine wissenschaftliche Aufgabe, bei der man zwar mit der nüchternen Distanz an das Wort Gottes und die Tradition der Kirche herangeht, aber nie ohne Glaube und Liebe. Professor kommt ja vom Lateinischen “profiteri”, bekennen, was für mich bedeutet, Zeugnis für den Glauben abzulegen. Denn Theologie kann man nie vom gelebten Glauben trennen. Vernunft und Glaube sind in der Enzyklika “Fides et ratio” die “Flügel, die uns zur Wahrheit emporheben”. Auf dieser Grundlage sehe ich auch meine Professur an der Hochschule.

Man hört sowohl von kirchenfernen, als auch von sehr frommen Menschen, dass sie an der Kirche “leiden”. Kennen Sie das auch?
Ich warne davor, dass man sich selber zum Märtyrer macht, denn ich glaube, ein wahres Martyrium war und ist vor allem das Zeugnis für Christus – bis hin zur Feindesliebe. Es besteht nicht darin, dass man sich selbst bemitleidet. Diese Selbstmitleid-Arien bringen uns in der Kirche nicht weiter. Wir müssen nach vorne schauen, auf Jesus Christus blicken, auf den dreifaltigen Gott, und in die Fußstapfen der Heiligen treten.

Auf diese Weise werden wir auch manche Schwierigkeiten nicht mehr als bemitleidenswerte Umstände sehen, sondern als Herausforderungen, die uns weiterbringen. Christus nachzufolgen geschieht immer im Zeichen des Kreuzes, aber die Nachfolge ist nie nur schwer, denn das Kreuz ist immer auch ein Zeichen des Segens (…).

Das vollständige Gespräch ist im Buch “Wen Gott ruft” erschienen. Es ist zum Preis von drei Euro in unserem Münchner Büro erhältlich:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München

Telefon: 089 / 64 24 888 – 0
Fax: 089 / 64 24 888 50,
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

oder direkt in unserem Bestelldienst.

10.Feb 2011 16:33 · aktualisiert: 10.Feb 2011 17:18
KIN / S. Stein