Neues Oberhaupt der Unierten

Swjatoslav Schewtschuk wurde zum Nachfolger von Kardinal Lubomyr Husar gewählt

Weihbischof Swjatoslav Schewtschuk bei unserem Kongress.

Weihbischof Swjatoslav Schewtschuk bei der Feier der Heiligen Messe auf unserem Kongress.

Weihbischof Swjatoslav Schewtschuk ist am Freitag von Papst Benedikt XVI. als neues Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche bestätigt worden. Der 40-Jährige war kürzlich Gast bei unserem Kongress “Treffpunkt Weltkirche” in Würzburg, wo er die Heilige Messe im byzantinischen Ritus feierte.

Er setzte sich in einer Stichwahl durch, nachdem in den ersten drei Tagen des Konklaves kein Kandidat die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten hatte. Daher wurde am vierten Tag eine Stichwahl angesetzt, bei der die einfache Mehrheit reichte. An dem Konklave nahmen nach Kirchenangaben 40 der insgesamt rund 50 Bischöfe der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine teil.

Der aus Stryj in der Westukraine stammende Schewtschuk wurde 1994 zum Priester und 2009 zum Bischof geweiht. Er war von 2005 bis 2007 als Sekretär seines Vorgängers Kardinal Lubomyr Husar tätig. Danach leitete er das Priesterseminar in Lemberg (L’viv), das von KIRCHE IN NOT unterstützt wird. Vor zwei Jahren wurde er zum Weihbischof und 2010 zum Apostolischen Administrator der ukrainischen Eparchie “Santa Maria del Patrocino” in Buenos Aires ernannt.

Swjatoslav Schewtschuk dankte bei unserem Kongress den Wohltätern von KIRCHE IN NOT für die Unterstützung der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, insbesondere für die Hilfe für das Heilig-Geist-Priesterseminar in Lemberg. Dort konnte dank der Wohltäter unseres Hilfswerks ein neues Seminargebäude errichtet werden, inklusive einer Kirche mit Ikonostase.

Swjatoslav Schewtschuk im Gespräch mit K-TV

Swjatoslav Schewtschuk im Gespräch mit einer Moderatorin von K-TV.

Er dankte KIRCHE IN NOT aber auch persönlich, denn unser Hilfswerk ermöglichte dem ukrainischen Geistlichen durch ein Stipendium den Abschluss einer Doktorarbeit in Moraltheologie in Rom.

“Ich war der erste Doktor in Katholischer Theologie, nachdem unsere griechisch-katholische Kirche wieder aus den Katakomben herausgekommen war, nach vielen Jahren der Unterdrückung. Nachdem ich den Doktortitel erhalten hatte, ging ich wieder zurück in mein Heimatland, um durch meine wissenschaftliche Arbeit unserer Kirche der Märtyrer zu dienen. Für all das bedanke ich mich ganz herzlich”, sagte Schewtschuk in seiner Predigt.

Er freute sich auch über die Unterstützung von KIRCHE IN NOT in Argentinien. Im Namen “vieler Priester und tausender Gläubiger” dankte er für die Hilfe in dem südamerikanischen Land und die dortige Unterstützung der apostolischen Mission, das Evangelium Jesu Christi bis an die Enden der Welt zu tragen.

Unser Hilfswerk unterstützt die Ausbildung der Seminaristen im Priesterseminar von Lemberg (L'viv).

Swjatoslav Schewtschuk wird nach der Wahl zum neuen Oberhaupt wieder in sein Heimatland zurückkehren, denn der Kirchenvorsitz ist mit der Leitung des Großerzbischofssitzes in der ukrainischen Hauptstadt Kiew verbunden. Die ukrainische griechisch-katholische Kirche feiert einen der orthodoxen Kirche nahen Ritus, erkennt aber den Papst als kirchliches Oberhaupt an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Zwangsvereinigung der in der Ukraine gelegenen unierten Diözesen mit dem Patriarchat in Moskau. Doch die griechisch-katholische Kirche überlebte im Untergrund. Etwa neun Prozent der Ukrainer sind griechisch-katholisch. Im Ausland gibt es rund 1,5 Millionen Kirchenmitglieder.

Die Hilfe für die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine ist ein besonderes Anliegen von KIRCHE IN NOT. Neben dem Priesterseminar in Lemberg unterstützen wir unter anderem die Seelsorge in einzelnen Pfarreien, die Renovierung kirchlicher Gebäude, die Wiederherstellung kirchlicher Strukturen und die Evangelisierung im Land.

25.Mrz 2011 15:43 · aktualisiert: 1.Dez 2015 15:56
KIN / S. Stein