Haus für unterdrückte Frauen und Mädchen

Schwestern vom Guten Hirten retten Frauen und Mädchen in Damaskus / Syrien

Schwester vom Guten Hirten mit betenden irakischen Mädchen.

Schwester vom Guten Hirten mit betenden irakischen Mädchen.

In Damaskus betreiben die Schwestern vom Guten Hirten ein Haus für unterdrückte Frauen und Mädchen.

Dieses Frauenhaus, ein Pilotprojekt in der Region, ist für den melkitischen griechisch-katholischen Erzbischof Joseph Absi der Eparchie Damaskus nicht mehr wegzudenken:  “Es gibt nach wie vor viele Frauen, die Opfer von Gewalt und Unterdrückung werden. Die Not ist groß, besonders weil es immer noch einen großen Zulauf irakischer Flüchtlinge gibt”, sagt er.

Obwohl das Haus eigentlich nur 14 Frauen beherbergen kann, haben die Schwestern 26 Frauen untergebracht. Trotz Überbelegung wird es als eine Oase des Friedens wahrgenommen. Die Kinder können hier ungestört spielen. Ein irakischer muslimischer Psychologe arbeitet mit den am schwersten traumatisierten Kindern.

Häufig klopfen junge Frauen und Mütter mitten in der Nacht an die Pforte des Ordenshauses und bitten um Hilfe. Jede wird aufgenommen, egal welcher Nationalität, Religion oder Partei sie angehört. Viele der Hilfesuchenden sind Christinnen, einige sind muslimisch.

Während Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT im Oktober 2009 die Schwestern besuchten, kam eine junge Frau, die vor dem drohenden Ehrenmord durch ihre Familie in den Libanon flüchten wollte. Ihr fehlten jedoch die notwendigen Papiere. Unsere Mitarbeiter sahen die Angst in den Augen der jungen Frau. Sie fürchtete sich davor, dass ihre Familie sie entdecken könnte.

Die Schwestern handelten umgehend. Sie organisierten mit Hilfe von Interpol einen Ausweis für die junge Frau und brachten sie sofort über die Grenze.

Damaskus/Syrien: Schwester Antoinette betreut irakische Mädchen.

Damaskus / Syrien: Schwester Antoinette betreut irakische Mädchen.

Im Zuge der Irakkonflikte der vergangenen Jahre schlugen sich viele irakische Frauen mit ihren Kindern auf der Flucht bis zum Frauenhaus der Schwestern vom Guten Hirten durch.

Die Ordensfrauen berichteten den Mitarbeitern von KIRCHE IN NOT, dass sie einmal verhindern konnten, dass eine Frau ihre Kinder und sich umbrachte. Die verzweifelte Mutter hatte schon ein Messer in der Hand.

Ein zweites Aufnahmezentrum

Um mehr Frauen und Kinder aufnehmen zu können, möchten die Schwestern ein zweites Aufnahmezentrum in der Ortschaft Marouni eröffnen. Es gibt bereits ein Grundstück mit einem Olivenhain, der eine gute Einnahmequelle böte, und einem ausreichend großen Haus.

Doch bevor hier jemand einziehen kann, muss das Gebäude renoviert werden. Zurzeit lassen die Schwestern die Waschräume im zukünftigen Wohnhaus der Frauen reparieren. Die Installation einer Heizung kostet 15.000 Euro.

14.Apr 2011 09:03 · aktualisiert: 3.Aug 2011 16:34
KIN / T. Waitzmann