Gewalt gegen Christen in Nigeria: 50 Tote

Nach den Wahlen Ausschreitungen im muslimisch geprägten Norden

Zerstörtes Fenster eines Pfarrzentrums in Kaduna, Nigeria (Archivaufnahme).

Medienberichten zufolge hat es ab Montag Ausschreitungen gegen Christen in Nordnigeria gegeben. Dabei seien mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte seien verletzt worden.

Die Krawalle hätten begonnen, nachdem bekannt geworden war, dass der nordnigerianische muslimische Präsidentschaftskandidat Muhammadu Buhari in der Wahl vom Sonntag dem christlichen amtierenden Präsidenten Jonathan Goodluck klar unterliegt.

In der Region der nordnigerianischen Stadt Kaduna seien Kirchen, Polizeistationen, Geschäfte und Häuser angezündet oder zerstört worden.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben Anhänger des Kandidaten Buhari systematisch Christen und Anhänger der Partei des Wahlsiegers, PDP (People’s Democratic Party), verfolgt. Christen seien in Militärbaracken und Polizeistationen geflohen.

Die Süddeutsche Zeitung deutet das Verhalten des Wahlverlierers als mitverantwortlich: “Obwohl sich Muhammadu Buhari nach seiner Wahlniederlage von der Gewalt distanzierte, heizte er die Stimmung mit der Behauptung auf, es sei zu massiver Wahlfälschung gekommen. Dabei hatten internationale Wahlbeobachter das genaue Gegenteil bescheinigt: Sie beurteilten die Abstimmung als eine der fairsten und transparentesten in der Geschichte des Landes [...].”

Im Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas ist es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Konflikten zwischen Christen und Muslimen gekommen.

20.Apr 2011 15:06 · aktualisiert: 11.Nov 2013 14:44
KIN / T. Waitzmann