Religionsfreiheit, aber Mission verboten

Die Unterstützung von KIRCHE IN NOT für Christen in Syrien

Kuppel einer Kirche im Vordergrund und Minarette einer Moschee in Aleppo.

Seit vielen Wochen demonstrieren tausende Menschen in Syrien für mehr Freiheiten und gegen das Regime von Machthaber Baschar al Assad. Das Regime antwortet auf die Proteste mit militärischer Gewalt. Offenbar mit Panzern schießt das syrische Militär auf Demonstranten, Augenzeugen berichten von Heckenschützen.

Die Lage in Syrien ist schwer durchschaubar, denn es gibt kaum unabhängige Quellen. Ausländische Journalisten sind nicht zugelassen, Telefonverbindungen sind zum Teil gekappt. Über Videoplattformen und soziale Netzwerk im Internet werden Informationen der Opposition veröffentlicht.

Trotz dieser Einschränkungen wird die Religionsfreiheit in Syrien zu einem großen Teil gewahrt. Muslime und Christen haben das Recht, Gebetsstätten zu bauen und ihre Kinder in ihrer Religion zu unterweisen. Aber sie haben nicht das Recht, unter den Muslimen zu missionieren, und Muslime dürfen ihre Religion nicht aufgeben und eine andere annehmen. Auch wenn sie nicht gläubig sind, bleiben sie Muslime. 93 Prozent der 22,5 Millionen Syrer sind Muslime, etwa fünf Prozent Christen.

Wegen der zunehmenden Bedrohung durch radikale Muslime und zahlreicher Anschläge auf christliche Stätten sind viele christliche Iraker nach Jordanien und Syrien geflohen. Vor wenigen Monaten gab es rund 1,5 Millionen irakische Flüchtlinge in Syrien. KIRCHE IN NOT hat unter anderem in der Diözese Aleppo geholfen und das Bistum mit Heizkosten- und Lebensmittelzuschüssen und bei der medizinischen Betreuung unterstützt.

“Betet für den Frieden in unserem Land”

Bischof Antoine Audo aus Aleppo dankt KIRCHE IN NOT für die bisherige Unterstützung für die irakischen Flüchtlinge in seiner Diözese. “Bitte betet für den Frieden in unserem Land und für Frieden in unseren Herzen”, wünscht er sich von den Wohltätern unseres Hilfswerk.

Außerdem fördern wir in der syrischen Hauptstadt Damaskus ein Haus für unterdrückte Frauen und Mädchen, das von Schwestern vom Guten Hirten geleitet wird. Das Haus ist mittlerweile überbelegt. Ein zweites Haus gibt es in der Ortschaft Marouni. Unser Hilfswerk unterstützt die Umbau- und Renovierungsarbeiten im Rahmen der Aktion “Papstprojekte” für Christen im Nahen Osten. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende für diese wertvolle Einrichtung der Schwestern vom Guten Hirten.

Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst Benedikt XVI. beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib von Alexandria / Ägypten für KIRCHE IN NOT)

4.Aug 2011 10:35 · aktualisiert: 4.Aug 2011 13:05
KIN / S. Stein