“Auf dem richtigen Weg”

Kirchen erhalten von der türkischen Regierung konfisziertes Eigentum zurück

St.-Antonius-Kirche, die größte katholische Kirche in Istanbul.

Die türkische Regierung hat die Rückgabe beschlagnahmten Eigentums von religiösen Minderheiten beschlossen. Damit hat die Türkei eine der wichtigsten Forderungen der Europäischen Union zu einer möglichen Aufnahme des Landes in das Staatenbündnis erfüllt.

Über die Rückgabe können sich Christen unterschiedlicher Konfessionen und jüdische Gemeinden freuen. Unter den Besitztümern sind Kirchen, Gemeindehäuser, Krankenhäuser, Schulen, Wohnhäuser und Friedhöfe.

Die religiösen Minderheiten müssen ihre Ansprüche auf Immobilien und Gebäude innerhalb eines Jahres anmelden. Für den konfiszierten Besitz, der bereits weiterverkauft worden ist, sollen Entschädigungen gezahlt werden, die sich am heutigen Marktwert orientieren, hieß es.

Das in Istanbul residierende Ehrenoberhaupt der Orthodoxen Kirchen, Patriarch Bartholomäus I., sagte in einer ersten Reaktion, dass die Türkei auf dem richtigen Weg sei. Auch der türkische Oberrabbiner zeigte sich erfreut und sprach von einer Revolution.

Erst im Jahr 2010 hatte das orthodoxe Patriarchat von Konstantinopel den Prinkipo-Palast auf den Prinzeninseln vor Istanbul nach langem Rechtsstreit zurückbekommen. Bereits 2007 hatte der Europäische Gerichtshof der Menschenrechte der Klage des Patriarchats gegen die Enteignung Recht gegeben.

Die Neuregelung wurde kurz vor einem offiziellen Abendessen des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan mit Vertretern religiöser Minderheiten anlässlich des Ramadan-Fastenbrechens bekannt.

So können Sie den Christen in der Türkei helfen

31.Aug 2011 11:48 · aktualisiert: 24.Jun 2015 11:51
KIN / S. Stein