Drei Königsteiner Kirchenväter

Neues Denkmal auf dem Pater-Werenfried-Platz in Königstein eigeweiht

Denkmal von Pater Werenfried van Straaten mit Millionenhut.

Denkmal von Pater Werenfried van Straaten mit Millionenhut.

“Wir ehren drei große Männer der Kirche, Zeugen aus unserer Mitte.” Mit diesen Worten hat der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, in Königstein im Taunus bei Frankfurt am Main ein Denkmal für drei prägende Seelsorger der Nachkriegszeit eingeweiht: den Gründer von KIRCHE IN NOT, Pater Werenfried van Straaten, Bischof Maximilian Kaller und Weihbischof Adolf Kindermann.

“Sie bilden eine Art Königsteiner Trinität”, so Kardinal Meisner in seiner Predigt weiter. Bischof Kaller sei das Herz des Trios gewesen, Weihbischof Kindermann der Kopf und Macher, während Pater Werenfried “mit seinen großen Händen” ein großartiges Werk vollbracht habe, das bis heute weit über die Grenzen der Stadt hinauswirke.

Wörtlich sagte Kardinal Meisner: “Pater Werenfrieds Werk war immer dort präsent, wo Kirche in Not ist.” Auch der Schirmherr der Denkmal-Initiative, der ehemalige Bundesminister Heinz Riesenhuber, würdigte die Lebensleistung der “Königsteiner Kirchenväter”.

Maximilian Kaller war 1930 zum Bischof von Ermland geweiht worden. 1945 musste er in den Westen fliehen. 1946 wurde er von Papst Pius XII. zum ersten Bischof der heimatvertriebenen Deutschen ernannt.

Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln und Freund von Pater Werenfried, enthüllte das Denkmal.

Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln und Freund von Pater Werenfried, enthüllte das Denkmal.

In Königstein im Taunus hatte er zusammen mit Adolf Kindermann, dem ehemaligen Rektor des deutschen Priesterseminars in Prag, begonnen, ein Priesterseminar, eine Philosophisch-Theologische Hochschule sowie ein Gymnasium aufzubauen.

Bischof Kaller starb bereits 1947, Adolf Kindermann setzte die Arbeit fort. Bald entstand auch ein “Haus der Begegnung”, ein Veranstaltungszentrum, das gegenwärtig renoviert wird und 2012 neu eröffnet werden soll.

Der wohl bekannteste der drei Seelsorger ist der niederländische “Speckpater” Werenfried van Straaten. 1948 hatte der damals 34-jährige Prämonstratenser erstmals Königstein besucht. Die Stadt wurde später zu seiner zweiten Heimat. Bis heute ist sie Sitz der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT.

Die neue Skulptur auf dem Pater-Werenfried-Platz in Königstein im Taunus stammt von Christoph Loch und ist eine Initiative des Vereins “Freundeskreis Werenfried-Denkmal”. Die drei Skulpturen deuten das Äußere wie die Charakterzüge der drei Kirchenmänner: der eher schmächtige Bischof Kaller, der im Vergleich stämmige Weihbischof Kindermann, den Zeitgenossen als “Macher” beschreiben, und Pater Werenfried, ein groß gewachsener Mann mit seinem “Millionenhut”.

Festschrift zur Einweihung erschienen

Zur Einweihung des Denkmals hat der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Rudolf Grulich eine 174-seitige Festschrift erstellt. Unter dem Titel “Königstein – Stadt des Aufbaus und der Versöhnung” enthält sie mehr als 60 historische Fotos. Die Anfänge und der Aufbau der “Königsteiner Anstalten” werden in dem Buch ebenso dargestellt wie die 45 Kongresse KIRCHE IN NOT, die in Königstein stattfanden.

Das Buch “Königstein – Stadt des Aufbaus und der Versöhnung. Festschrift zur Einweihung des Denkmals für Bischof Maximilian Kaller, Bischof Adolf Kindermann und Pater Werenfried van Straaten” kann für 14,80 Euro bei Rudolf Grulich in Nidda bestellt werden:

Bestelladresse:
Institut für Kirchengeschichte Böhmen-Mähren-Schlesien e.V.
Haus Königstein
Zum Sportfeld 14
63667 Geiß-Nidda

Wir suchen Zeitzeugen von Pater Werenfried

Um die Erinnerung an unseren Gründer lebendig zu halten, suchen wir nach Zeitzeugen von Pater Werenfried van Straaten, die Fotos, Dokumente oder Anekdoten im Zusammenhang mit dem Speckpater oder seinem Werk zur Verfügung stellen können.

Wir bitten daher alle, die über eine Begegnung mit Pater Werenfried berichten können, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Herzlichen Dank im Voraus.

1.Sep 2011 16:41 · aktualisiert: 17.Dez 2015 12:43
KIN / S. Stein