Indien: Schändung einer Kirche

Unbekannte zünden Altar und weitere liturgische Gegenstände an

Der Altar in der Kirche nach dem Brand.

Der Altar in der Kirche in Hyderabad nach dem Brand.

Zum wiederholten Male wurde die syro-malankarische katholische Kirche der Gottesmutter Maria in Hyderabad im südostindischen Bundesstaat Andhra Pradesh durch unbekannte Täter stark beschädigt. Diesmal wurden der Hauptaltar sowie Bibeln, Mess- und Gesangbücher, Kruzifixe und liturgische Gewänder in Brand gesteckt.

Der Pfarrer der Gemeinde, John Felix, schrieb in einem offenen Brief an die Behörden des Bundesstaates, dass es zu diesem Vorfall “nur aufgrund der Untätigkeit und der Nachlässigkeit der Polizei und anderer Autoritäten” kommen konnte.

In dem Schreiben, das KIRCHE IN NOT vorliegt, beklagt der Priester, dass Verfahren, die sich auf in den Jahren 2004 und 2008 begangene Übergriffe bezogen hätten, von der Polizei ergebnislos eingestellt worden seien. Im Juli 2004 seien Pfarrangehörige, darunter ein Priester, die auf dem Baugrundstück arbeiteten, auf dem die Kirche entstehen sollte, von einem rund 100 Personen zählenden Mob tätlich angegriffen, beschimpft und mit dem Tod bedroht worden.

Im Juli 2008 seien die Kirchentüren des 2006 fertiggestellten Gotteshauses während eines Gottesdienstes von außen verschlossen worden, obwohl sich in dem Gebäude etwa 250 Gläubige, darunter auch Säuglinge sowie alte und kranke Menschen, aufhielten.

Leben unter ständiger Bedrohung

“Um weitere Zusammenstöße zu vermeiden, folgten wir der Lehre unseren Herrn Jesus Christus, das heißt, wir übten Vergebung und Feindesliebe”, betonte der Pfarrer. Er forderte die Behörden jedoch auf, die Verfahren aus der Vergangenheit wieder aufzunehmen und den jüngsten Vorfall zu ahnden, da die Gemeinde “unter ständiger Bedrohung” stehe.

Der zuständige Bischof Jacob Mar Barnabas erklärte, die Kirche stehe zurzeit unter Polizeischutz, die Pfarrei wolle die Verwüstungen aber möglichst bald beseitigen. Er bittet die Katholiken in aller Welt darum, für seine Gläubigen zu beten, denn es gebe “in der Umgebung Menschen, die die Kirche nicht hier haben möchten”.

Die syro-malankarische Kirche in Indien untersteht als katholische Ostkirche dem Papst. Ihr gehören etwa 430 000 Gläubige an.

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9.Sep 2011 09:35 · aktualisiert: 19.Feb 2014 10:53
KIN / S. Stein