Kirche arbeitet für Versöhnung

Bischof Ignace Bessi Dogbo aus der Elfenbeinküste besucht KIRCHE IN NOT

Bischof Ignace Bessi Dogbo.

Bischof Ignace Bessi Dogbo bei seinem Besuch im Büro von KIRCHE IN NOT.

Hauptaufgabe der katholischen Kirche im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste ist es, nach den blutigen Kämpfen in Folge der Wahlen im Frühjahr 2011 die Versöhnung zwischen den Konfliktparteien zu fördern.

Das sagte der Bischof der nordivorischen Diözese Katiola, Ignace Bessi Dogbo, während eines Besuches bei KIRCHE IN NOT in München.

Die politische Lage in der Elfenbeinküste habe sich nach seiner Einschätzung seit dem Ende der Kämpfe Mitte April stabilisiert. Allerdings seien viele Ivorer ins Ausland geflohen und hätten nun Angst, bei ihrer Rückkehr aus politischen Gründen inhaftiert zu werden. “Es muss Versöhnung geschehen, damit diese Ängste vertrieben werden”, betonte Dogbo.

Wirtschaftlich ist die Elfenbeinküste nach Einschätzung des Bischofs nach wie vor in einer schwierigen Lage. “Während des Krieges wurden alle Banken geschlossen und die Wirtschaft kam zum Erliegen”, sagte er. “Einer der wichtigsten Exportartikel unseres Landes ist der Kakao und dieser konnte monatelang nicht verschifft werden.” Das habe viele Menschen in die Armut gestürzt, in manchen Regionen habe es sogar Hungersnöte gegeben.

In seiner Diözese Katiola im Norden des Landes sei es während der neu aufgeflammten Kämpfe im Frühjahr ruhig geblieben, berichtete Dogbo. Allerdings seien die Straßen “voller Flüchtlinge” gewesen. “Früher sind die Menschen in den wirtschaftlich wohlhabenden Süden gezogen, um Arbeit zu finden; jetzt fliehen sie zurück in ihre alte Heimat im Norden”, erklärte er.

Vehement wandte sich der Bischof gegen die Behauptung, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Elfenbeinküste religiöse Ursachen gehabt hätten. “Die Ursachen sind rein politischer Natur”, betonte er. “Wir Christen sind eine Religion des Friedens; auch die Muslime des Landes pflegen einen gemäßigten Islam.” Gemeinsam habe man sich erfolgreich gegen eine Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke gewehrt und werde dies auch in Zukunft tun.

 

13.Sep 2011 10:13 · aktualisiert: 13.Sep 2011 10:19
KIN / S. Stein