Im Blut des Lammes rein gewaschen

Vierter Tag der Novene zum Papstbesuch – heilige Katharina von Siena

Statue der Katharina von Siena in der Kirche der gleichnamigen Pfarrei in München (Foto: Breul).

Statue der Katharina von Siena in der Kirche der gleichnamigen Pfarrei in München (Foto: Breul).

Obwohl Katharina nur mit Mühe lesen lernte und erst als Erwachsene schreiben konnte, gelten ihre Briefe als Meisterwerke der christlichen Literatur. Ihr Innenleben ist mit einem solchen Reichtum ausgestattet, dass Papst Paul VI. sie zur Kirchenlehrerin erklärte. Ihre tiefe Vereinigung mit dem Herrn wird in besonderer Weise im mystischen Ereignis des Herzenstausches sichtbar.

Jesus erschien ihr mit einem leuchtend roten menschlichen Herzen in der Hand, öffnete ihre Brust, legte es dort hinein und sagte: “Liebste Tochter, so wie ich jüngst dein Herz genommen habe, das du mir schenken wolltest, so schenke ich dir jetzt das Meinige; von jetzt an wird es den Platz einnehmen, an dem das Deinige war.” Zeitlebens erinnerte eine Narbe an diesen Austausch der Herzen.

In ihrer tiefen Liebe zur Kirche forderte Katharina als geistige Mutter die Amtsträger der Kirche zu einer inneren Erneuerung auf und ermahnte nachdrücklich den Papst, den sie “dolce Cristo su terra”, “sanftmütiger Christus auf Erden”, nannte, von Avignon nach Rom zurückzukehren. Obgleich sie sich der menschlichen Unzulänglichkeiten der Priester bewusst war, hatte sie stets sehr große Hochachtung vor ihnen: “Unsere Ehrfurcht gilt ja nicht ihm, dem Menschen, sondern dem Blute Christi, der Autorität und Würde, die Gott ihm für uns verliehen hat.”

Das Kostbare Blut ist für die hl. Katharina in ihrem Schreiben und Denken das zentrale Symbol. Es wurde von Christus der Kirche anvertraut und gibt den Sakramenten ihre Lebenskraft. Der eigentliche Schatz der Kirche und die Macht des Papstes ist das Blut Christi: “Wer den Stellvertreter Christi missachtet, missachtet das Blut. Wer dem Christus auf Erden, der den Christus im Himmel vertritt, nicht gehorcht, der nimmt am Blute des Gottessohnes nicht teil. Wer gegen den einen ist, ist gegen das andere, denn die beiden gehören zusammen.”

Aus der Generalaudienz vom 24. November 2010 und aus Kranz, Gisbert, Politische Heilige und katholische Reformatoren, Band 1, Augsburg 1958.

Gebet:
Beten wir um eine tiefe und aufrichtige Liebe zum Heiligen Vater, dem Stellvertreter Christi auf Erden. Möge die um ihn versammelte Kirche sich als Braut Christi stets durch das Kostbare Blut des Erlösers heiligen und für die Welt ein Zeichen des Heils und der Einheit werden.

Vater unser …, Gegrüßet seist du, Maria …, Ehre sei dem Vater …

Vorsatz:
Betrachte heute um drei Uhr, in der Todesstunde Jesu, das schmerzhafte Leiden des Herrn, der für uns sein Blut vergossen hat und bete den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit für den Heiligen Vater, die Bischöfe und die Priester.

16.Sep 2011 08:03 · aktualisiert: 3.Feb 2015 15:17
KIN / S. Stein