Bleibt in meiner Liebe

Tag 7 der Novene zum Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland

Jesus Christus verbindet sich mit einem Menschen. Deutlich zu sehen: sein Herz.

Die heilige Mechthild (1241-1299), fasziniert vom Klosterleben, wurde schon als kleines Kind in das deutsche Kloster von Helfta gebracht, wo ihre leibliche, im Ruf der Heiligkeit stehende Schwester Äbtissin war. Bereits mit 20 Jahren wählte man sie zur Novizenmeisterin und Leiterin der Klosterschule.

Unter ihrer Obhut wuchs auch die große heilige Gertrud von Helfta auf. Eine andere große Frau und Mystikerin, die den gleichen Namen trug, Mechthild von Magdeburg, ergänzte die heilige Gemeinschaft zu Helfta, die zu einem Zentrum der Herz-Jesu-Mystik, der Spiritualität und der Kultur wurde.

Die Betrachtung der Heiligen Schrift war für die heilige Mechthild der Nährboden ihrer tiefen Erkenntnis des Herzens Jesu, das sie in inniger Vertrautheit und in Zwiegesprächen schauen und erfahren durfte. In einer der Visionen empfahl ihr Jesus selbst das Lesen des Evangeliums.

Er öffnete die Wunde seines Herzens und sagte zu ihr: “Bedenke, wie groß meine Liebe ist: Wenn du sie kennenlernen willst, so findest du sie nirgends besser zum Ausdruck gebracht als im Evangelium. Niemals wurden stärkere und liebevollere Worte vernommen als diese: ‘Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt’ (Joh 15,9)”.

Durch das Herz Jesu lernte Mechthild auch das Unbefleckte Herz der Gottesmutter kennen: “Ich grüße Euch, o ehrwürdige Jungfrau, in jenem lieblichen Morgentau, der aus dem Herzen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sich in Euch verbreitet hat; ich grüße Euch in der Herrlichkeit und in der Freude, in der Ihr jetzt auf ewig lebt – Ihr, die Ihr vor allen anderen Geschöpfen der Erde und des Himmels erwählt wurdet noch vor der Erschaffung der Welt! Amen.”

Aus der Generalaudienz vom 29. September 2010

Gebet:
Beten wir, dass wir durch das demütige Betrachten der Heiligen Schrift immer tiefer das Geheimnis des Lebens Jesu und Mariens erfassen und auf diese Weise lernen, in inniger Vertrautheit mit ihnen zu leben und sie in ihrer Demut und Sanftmut nachzuahmen.

Vater unser …, Gegrüßet seist du, Maria …, Ehre sei dem Vater …

Vorsatz:
Lies heute im Evangelium und betrachte die Worte, die du geöffnet oder gewählt hast. Bitte den Heiligen Geist, dass er dich erkennen lässt, was du in deinem Leben konkret tun kannst, um den Herzen Jesu und Mariens ähnlicher zu werden.

19.Sep 2011 13:41 · aktualisiert: 15.Feb 2013 17:34
KIN / T. Waitzmann