“Zu spät reagiert“

Salesianer hatten schon seit langem vor einer Hungerkatastrophe gewarnt

In einem Flüchtlingslager in Äthiopien.

In einem Flüchtlingslager in Äthiopien.

Die internationale Gemeinschaft hat zu spät auf die Anzeichen einer großen Hungersnot am Horn von Afrika reagiert. Zu diesem Ergebnis kommen die Salesianer Don Boscos in Äthiopien, die Hilfsaktionen für Flüchtlinge aus Somalia und für die ebenfalls von der Dürre betroffene äthiopische Bevölkerung organisieren.

Bereits im Dezember 2010 sei vor einer Hungerkatastrophe gewarnt worden. “Damals hat niemand darauf gehört”, erklärte Mattia Grandi, einer der Projektkoordinatoren vor Ort, im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Grandi berichtete, am meisten Hilfe bräuchte zurzeit das Durchgangslager von Dolo Odo, in dem die aus Somalia geflohenen Menschen einige Tage verbringen müssen, um sich registrieren zu lassen. Solange sie nicht registriert seien, hätten sie nicht den offiziellen Status von Flüchtlingen und fielen so aus den Versorgungsprogrammen der Vereinten Nationen heraus.

Das Transitlager sei für 5000 Menschen erbaut, es hielten sich dort jedoch zurzeit 15 000 Flüchtlinge auf. Die meisten davon seien Frauen, Kinder und ältere Menschen, da viele Männer in Somalia von den Al-Shabaab-Milizen entführt oder getötet worden seien. Auch die vier Flüchtlingslager, in denen die Menschen nach ihrer Registrierung Unterkunft finden, seien überfüllt. Jedoch funktioniere dort die Versorgung besser als in dem Transitcamp, sagte Grandi.

Im Flüchtlingslager von Dolo Odo sind derzeit rund 15 000 Menschen, darunter viele Kinder und Frauen.

Im Flüchtlingslager von Dolo Odo sind derzeit rund 15 000 Menschen, darunter viele Kinder und Frauen.

Der Zustrom halte weiterhin an, und jeden Tag kämen etwa 2000 Hilfesuchende über die Grenze. “Sie benötigen vor allem eine sofortige medizinische Versorgung”, betonte Grandi.

KIRCHE IN NOT hat die Hilfsprogramme der Salesianer Don Boscos in Äthiopien bisher mit 50.000 Euro unterstützt. Unter der Hungersnot am Horn von Afrika leiden etwa 12,4 Millionen Menschen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 750 000 vom Tode bedroht.

Wir bitten unsere Unterstützer um das Gebet für die Menschen in den Hungerregionen sowie um Spenden für die dortige Kirche

Empfänger: KIRCHE IN NOT
Kontonummer: 215 20 02
BLZ: 750 903 00
IBAN: DE63750903000002152002
BIC: GENODEF1M05
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Kennwort: Flüchtlingshilfe Afrika

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KIN / T. Waitzmann