“Unser tägliches Brot gib uns heute”

Impuls zum Erntedankfest von Pater Werenfried van Straaten

Pater Werenfried van Straaten. Foto: Balz Röthlin.

Eigentlich sieht es so aus, als sei dieses Gebet heute schon im Voraus erfüllt. Aber das trifft leider nicht zu. Von drei Menschen auf der Erde leiden zwei Hunger. Darum sollte jeder von uns seinen privilegierten Platz verlassen und sich hinter zwei Menschen stellen, die kein Brot haben.

Dann kann er aufrichtig das Gebet des Herrn sprechen: “Unser tägliches Brot gib uns heute” – uns dreien: dem einen, der satt ist, und den beiden anderen, die hungern. Nicht morgen oder nächste Woche, sondern jetzt, heute! Denn heute ist der Tag des Hungers.

“… und vergib uns unsere Schuld” geht das Gebet in einem Atemzug weiter, es beginnt nicht einmal ein neuer Satz. Denn die Bitte um Brot und die um Vergebung gehören zusammen, wie unsere Sünden und das Hungern der anderen zusammengehören.

30.Sep 2011 08:33 · aktualisiert: 6.Okt 2011 10:00
KIN / T. Waitzmann