Eine “geistliche Luftbrücke”

Vor 25 Jahren gab es die erste Live-Übertragung aus Fatima in der Sowjetunion

Vor der Wallfahrtskirche in Fatima.

An diesem Donnerstag erinnern wir an den fünfundzwanzigsten Jahrestag der ersten Rundfunk- und Fernsehdirektübertragung aus dem Marienwallfahrtsort Fatima nach Moskau und in die gesamte Sowjetunion.

75 Minuten lang stellten am 13. Oktober 1991 insgesamt 150 Fernseh- und 350 Rundfunksender aus der Sowjetunion eine “geistliche Luftbrücke” nach Fatima her. Damit informierten sie das russische Volk direkt von der Quelle des portugiesischen Wallfahrtsortes über die bis dahin in der Sowjetunion totgeschwiegenen Botschaften der Gottesmutter.

Möglich wurde diese Direktübertragung unter anderem dadurch, dass der russische Präsident Boris Jelzin während des Putsches vom August 1991 die Moskauer Bevölkerung mit Hilfe eines von KIRCHE IN NOT ins Land geschmuggelten Radiosenders um Hilfe bitten konnte.

Die Dankbarkeit Jelzins führte dazu, dass die russischen Rundfunkbehörden in den Verhandlungen mit KIRCHE IN NOT ungewohnt wohlwollend auftraten, wie unser Gründer Pater Werenfried van Straaten 1991 in seinem Rundbrief “Echo der Liebe” schreibt:
“Das Wunder begann, als unser brasilianischer Mitarbeiter José Correa mit dem Chef des russischen Rundfunks verhandelte. Plötzlich fragte ihn dieser, warum er als Brasilianer sich mit Radioprogrammen in Russland befasse. Correa erklärte, dass er durch sein Interesse für Fatima und Russland unser Werk kennen gelernt habe und so beim Radio-Apostolat gelandet sei.

Pater Werenfried van Straaten in Fatima.

Pater Werenfried van Straaten in Fatima.

Als der Russe mehr über Fatima wissen wollte, erzählte er ihm, was Maria 1917 über Russland offenbart hatte. Sichtlich gerührt erklärte der Funktionär, dass er zwar Atheist sei, dieses Thema aber für die ‘Gläubigen’ in Russland bestimmt interessant wäre und deshalb schlage er vor, darüber eine Radio- oder Fernsehreportage zu machen.

Mit Hilfe vieler Freunde und dank mehrerer kontemplativer Gemeinschaften, die sich wie eine betende Phalanx um Fatima geschart hatten, ist am 13. Oktober das von Vielen für unmöglich Gehaltene geschehen:

Mit einem Schlag überzog die Fatima-Botschaft das gesamte Sowjetgebiet. Es war ein grandioser Triumph für Maria, als in Fatima 900 000 ‚Arme im Geiste’ mit Kerzenlichtern, singend und betend um ihr Gnadenbild herum für die Bekehrung des materialistischen Westens und des unglücklichen Russlands eintraten. Erstmalig wurde keine Rücksicht auf die Diplomaten genommen, die immer verhindert hatten, dass das Wort ‘Russland’ in Fatima ausgesprochen wurde.

Der Chor der orthodoxen Kathedrale hatte sich gewünscht, der Feier in Fatima noch mehr Glanz zu verleihen. Da die Moskauer Behörden die Ausreisevisa nicht rechtzeitig ausstellten, wurde der russische Chorgesang ins Programm eingeblendet, als die Ikone der Gottesmutter von Kasan, die sich in Fatima befindet*, auf dem Bildschirm erschien.

Blick auf den Kreml in Moskau.

Unverhohlen erflehten der katholische Erzbischof von Moskau und der Bischof von Fatima in ihren Predigten und Fürbitten Mariens Segen und Schutz für Russland. So wie ich es auch tat im Grußwort, das ich am Ende der Sendung an unsere russischen Brüder richtete.

Die Übertragung erreichte 30 bis 40 Millionen Menschen. Sie war für Unzählige ein Signal Mariens, endlich die Gegensätze zu überwinden und durch Gebet, Bekehrung und Buße die Einheit aller Christen in ihrem Unbefleckten Herzen wiederherzustellen.”

Auszug aus dem “Echo der Liebe” Nr. 8 vom Dezember 1991

*inzwischen ist diese Ikone wieder nach Kasan zurückgebracht worden. (Anm. d. Red.)

Den Rundbrief “Echo der Liebe” verschicken wir achtmal im Jahr an alle Spender und Unterstützer. Neben den Rechenschaftsberichten über die Arbeit des Hilfswerks und reich bebilderten Darstellungen zukünftig geplanter Projekte, finden sich darin auch geistliche Impulse und Kommentare zu aktuellen kirchlichen und weltpolitischen Ereignissen.

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11.Okt 2011 09:32 · aktualisiert: 11.Okt 2016 09:07
KIN / S. Stein