Benin: Christentum, Islam und Voodoo

Heiliger Vater besuchte zum zweiten Mal in seinem Pontifikat ein afrikanisches Land

Papst Benedikt XVI. (Foto: Grzegorz Galazka)..

Papst Benedikt XVI. (Foto: Grzegorz Galazka).

Vom 18.-20. November ist Papst Benedikt XVI. in den westafrikanischen Staat Benin gereist. Anlässe des Besuchs waren zum einen das 150. Jubiläum des Aufbaus der kirchlichen Strukturen im Land sowie die Veröffentlichung des Schlussdokuments der Afrika-Synode.

Die Synode hatte im Oktober 2009 im Vatikan zum Thema “Die Kirche in Afrika im Dienst der Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden” getagt. Das Schlussdokument, das Papst Benedikt XVI. in der Kathedrale von Ouidah feierlich unterzeichnen hat, soll ein Leitfaden für die pastorale Arbeit der Kirche in Afrika sein.

Am Samstag standen Treffen und Gespräche mit Regierungsvertretern sowie mit Priestern, Seminaristen und Ordensleuten auf dem Programm. Außerdem besuchte Papst Benedikt XVI. das Grab des 2008 verstorbenen und langjährigen Kurienkardinals und Kardinaldekans Bernardin Gantin, mit dem er mehrere Jahre im Vatikan zusammengearbeitet hatte.

Zum Abschluss seiner Reise feierte der Papst am Sonntagmorgen im Stadion von Cotonou eine Heilige Messe, zu der mehrere afrikanische Bischöfe anreisen werden. Während des Gottesdienstes überreichte Papst Benedikt XVI. jedem anwesenden Bischof ein Exemplar des Abschlussdokuments der Afrika-Synode.

Eine überfüllte Zeltkirche in Benin.

Eine überfüllte Zeltkirche in Benin.

Benin ist das westliche Nachbarland von Nigeria und etwas größer als Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Von den neun Millionen Einwohnern sind 44 Prozent christlich, knapp ein Viertel ist katholisch. Ein weiteres Viertel sind Muslime, die vor allem im Norden und Südosten des Landes leben. Christen haben sich hauptsächlich im Süden, in der Nähe der wirtschaftlichen Metropole Cotonou, niedergelassen.

Rund 30 Prozent der Einwohner sind Animisten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Familienmitglieder unterschiedlichen Religionen angehören. Oft kommt es vor, dass sie sogar eine Kombination aus verschiedenen Glaubenssystemen oder Voodoo praktizieren. Diese Durchmischung ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass im allgemeinen freundschaftliche Beziehungen zwischen den religiösen Gruppen in Benin bestehen. Die Religionsfreiheit ist auch in der Verfassung festgelegt.

15.Nov 2011 11:54 · aktualisiert: 21.Nov 2011 17:23
KIN / S. Stein