Ein Land ohne Klerus

Christen in Nordkorea werden gnadenlos unterdrückt und verfolgt

Die koreanische Ausgabe unserer Kinderbibel.

Am Wochenende ist der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il im Alter von 69 Jahren gestorben. Seit 1994 war er an der Macht und hat das Land fast völlig politisch und gesellschaftlich isoliert.

Die Menschen in Nordkorea leben unter massiven Einschränkungen ihrer Grundrechte. Religionsfreiheit wird grundsätzlich nicht gewährt, auch wenn es in der Hauptstadt Pjöngjang christliche Kirchen und buddhistische Tempel gibt. Ob weitere religiöse Gebäude im übrigen Land bestehen, ist nicht bekannt.

Flüchtlinge berichten, dass es Straf- und Umerziehungslager gibt, deren Existenz das Regime wiederholt bestritten hat. Tausende sollen in solchen Lagern festgehalten werden, in denen Folter, Mord, Vergewaltigung, Zwangsarbeit und erzwungene Abtreibungen an der Tagesordnung seien. Menschen, die aus religiösen Gründen verhaftet wurden, sind in den Lagern von vornherein einer besonders strengen Behandlung ausgesetzt.

Die Kirchenprovinz Nordkorea ist in drei Bistümer und eine exterritoriale Abtei in Tomwok aufgeteilt; letztere untersteht direkt der Jurisdiktion des Apostolischen Stuhls. Aber die Kirche im Land besitzt keinen Klerus, so dass ein eigentlicher Kult nicht möglich ist. Christen werden gnadenlos unterdrückt. Zwei Hauptgründe für ihre Verfolgung sind ihre angeblich mangelnde Regimetreue und die ihnen unterstellten Beziehungen zum Westen.

In Nordkorea leben 24 Millionen Einwohner, es ist ungefähr so groß wie Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen zusammen. Rund drei Viertel der Einwohner sind Atheisten, zwölf Prozent Animisten. Im Land gibt es etwa eine halbe Million Christen.

19.Dez 2011 11:53 · aktualisiert: 29.Mai 2013 09:24
KIN / S. Stein