Selbstmordanschlag auf katholische Kirche

Viele Tote und Verletzte — Drahtzieher des Angriffs noch unbekannt

Zerstörtes Kruzifix.

Zerstörtes Kruzifix .

Bei einem Selbstmordanschlag und anschließenden Ausschreitungen in der zentralnigerianischen Stadt Jos sind am Sonntag mindestens 10 Menschen ums Leben gekommen. Durch die Wucht der Explosion wurde das Dach der Kirche St. Finbar stark zerstört, mehrere Fenster zerbarsten.

Ein Sprecher der Rettungskräfte berichtete, dass der Attentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen während des Gottesdienstes auf die Kirche zugelenkt habe. Soldaten, die die Kirche beschützten, versuchten ihn daran zu hindern, das Gelände der Kirche zu befahren. Als sie den Wagen untersuchten, sei der Sprengsatz explodiert.

Es gibt bereits Berichte über Vergeltungsangriffe, so die britische Rundfunkanstalt BBC und die Nachrichtenagentur Reuters. Aufgebrachte christliche Jugendliche lieferten sich Auseinandersetzungen mit den Soldaten und brannten Häuser nieder. Auch dabei soll es mehrere Tote gegeben haben.

Ein Augenzeuge gab an, dass Armeeangehörige nach dem Anschlag unbeteiligte Passanten erschossen haben sollen. Demnach eröffneten Soldaten das Feuer auf eine Menschenmenge, die sich nach der Bombenexplosion vor der Kirche versammelt hatte, berichtet spiegel.de.

Straßenszene in der zentralnigerianischen Stadt Jos.

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verurteilte den Anschlag und gab sich siegessicher, dass die Regierung den Krieg gegen die Terroristen gewinnen werde. Er rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren und keine Vergeltungsaktionen anzuzetteln.

Es war bereits der zweite Anschlag auf eine Kirche in der Stadt Jos innerhalb von zwei Wochen. Ende Februar waren drei Gläubige bei einem Angriff auf eine Kirche ums Leben gekommen. Damals bekannte sich die islamistische Sekte “Boko Haram”. Auf ihr Konto geht auch eine Reihe von Angriffen auf Kirchen an den Weihnachtstagen.

12.Mrz 2012 10:37 · aktualisiert: 11.Nov 2013 14:45
KIN / S. Stein