“Ein bedeutsamer Besuch”

Papst Benedikt XVI. reist vom 23. bis 28. März nach Mexiko und Kuba

Flagge von Kuba.

Ende März besucht der Heilige Vater die Länder Mexiko und Kuba. Während in Mexiko knapp 90 Prozent der Menschen katholisch sind und ihren Glauben frei ausleben können, sieht es in Kuba etwas anders aus.

Aufgrund der seit über fünfzig Jahre währenden Herrschaft des Castro-Regimes ist die Religionsfreiheit eingeschränkt. So ist es der Kirche beispielsweise nicht erlaubt, sich im Erziehungs- und Gesundheitswesen zu engagieren. Viele Kubaner haben sich zudem durch den Kommunismus von der Kirche entfernt. Dennoch sind rund 70 Prozent der Einwohner Christen.

Erste Station des Papstbesuchs auf der Karibikinsel ist Santiago de Cuba, wo Benedikt XVI.  einen Eröffnungsgottesdienst hält. Einen Tag später besucht er das nationale Heiligtum Kubas, die Kathedrale in El Cobre mit der Marienstatue “Mutter der Barmherzigkeit”. Die Abschlussmesse der Reise ist in der Hauptstadt Havanna. Sie wird zu Ehren des 400. Jahrestags der Auffindung der Marienstatue von El Cobre stattfinden.

Kardinal Jaime Ortega, der Erzbischof von Havanna, schreibt uns: “Dieser für uns so wichtige und bedeutsame Besuch verursacht allerdings auch Kosten, die unsere Kirche nicht alleine tragen kann.” Er und der Bischof von Santiago haben uns daher im Vorfeld um Unterstützung gebeten, damit Messgewänder, Stolen und Mitren für die Gottesdienste angeschafft werden können. Wir haben sie ihm gerne gewährt.

In Kuba ist die Infrastruktur schlecht. Allein der Transport zwischen Santiago de Cuba im Südosten und Havanna im Norden stellt das Vorbereitungsteam vor eine große Herausforderung, denn die beiden Städte liegen mehr als 750 Kilometer auseinander. Der Flugverkehr zwischen beiden Städten ist unregelmäßig. Für den Tag, an dem der Papst reisen muss, gibt es keine regulären Flüge. Dadurch schwindet die Möglichkeit, dass für die Messfeier in Santiago die gleichen Messgewänder verwendet werden können, die für den Abschlussgottesdienst erbeten wurden.

Prozession mit der kleinen Marienstatue

Eine Kopie des Gnadenbildes von El Cobre ist anlässlich des Jubiläums auf einer dreijährigen “Pilgerreise” durch alle Diözesen Kubas gewesen.

Die Kubaner haben sich schon mehrere Jahre auf das Jubiläum der Marienstatue von El Cobre vorbereitet. So hatte die kubanische Bischofskonferenz drei aufeinanderfolgende Jahreskalender herausgegeben, die den 400. Jahrestag zum Schwerpunkt hatten. Den Druck dieser Kalender hatte KIRCHE IN NOT großzügig unterstützt.

Eine Nachbildung der Marienfigur “pilgerte” drei Jahre durch alle Diözesen Kubas. Die Treue zur “Jungfrau der Barmherzigkeit” soll in der Gesellschaft stärker präsent sein — und das nicht nur im Wallfahrtsort selbst.

Zum Jubiläum ist das Wallfahrtszentrum noch einmal herausgeputzt worden. Seit mehr über 50 Jahren wurde nichts renoviert. Teilweise wurden die Häuser von den Kommunisten zweckentfremdet.

Die Jungfrau aber blieb, und die Kubaner blieben ihr treu. Mit einer Kampagne unter dem Motto “Von jedem Kubaner einen Peso – für die Jungfrau von El Cobre” hoffen die Bischöfe, wenigstens einen Teil für die Renovierung des Wallfahrtzentrums hereinzuholen. Weitere Spenden erhoffen sie sich von Exilkubanern. KIRCHE IN NOT hat 100.000 Euro zur Verfügung gestellt, vor allem für die Einrichtung des Gästehauses des Nationalheiligtums und in die Renovierung des Pfarrhauses in El Cobre.

16.Mrz 2012 10:44 · aktualisiert: 23.Jun 2015 10:16
KIN / S. Stein