Initiative gegen anhaltenden Terror im Nordirak

Louis Sako, katholisch-chaldäischer Erzbischof von Kirkuk, spricht mit KIRCHE IN NOT

Louis Sako, Chaldäisch-katholischer Erzbischof von Kirkuk.

Louis Sako, Chaldäisch-katholischer Erzbischof von Kirkuk.

Gegen Gewalt und Terror im nordirakischen Kirkuk haben sich der katholisch-chaldäische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, sowie Vertreter des sunnitischen Islam, arabische Stammesführer und Repräsentanten der Lokalregierung ausgesprochen.

Auf Initiative des Erzbischofs unterzeichneten sie ein Dokument, das am Donnerstag (26. April 2012) mit dem Titel „Lasst uns Brücken bauen für den Frieden“ veröffentlicht wurde.

Die fünfzig Unterzeichner verpflichten sich, in der zwischen Kurden und der Bagdader Zentralregierung umstrittenen Stadt Kirkuk friedlich zusammenzuleben. Sie erteilen jeder Form von physischer und verbaler Gewalt eine klare Absage.

„Wir Christen haben einen Auftrag zu Frieden und Versöhnung, der für alle Menschen gilt, nicht nur für Christen“, begründete Erzbischof Sako im Gespräch mit KIRCHE IN NOT sein jüngstes Engagement für einen dauerhaften Dialog.

Erzbischof Sako wird von den verfeindeten Parteien der Stadt wegen seiner persönlichen Integrität als Vermittler geschätzt. Sein Haus gilt als neutraler Ort der informellen Begegnung, weil die chaldäischen Katholiken aufgrund ihrer geringen Zahl nicht als politisch relevanter Faktor betrachtet werden. Ihre Zahl wird vom Erzbischof auf etwa 10 000 bis 12 000 Personen geschätzt, was vier Prozent der Bevölkerung Kirkuks entspricht.

Kirkuk – Zentrum der irakischen Erdölindustrie

Die erdölreiche Stadt im Nordirak verfügt über eine knappe kurdische Bevölkerungsmehrheit. Bereits für 2007 war ein Referendum vorgesehen, in dem über den Wechsel der Stadt zur Autonomen Region Kurdistan oder den Verbleib unter der Bagdader Zentralregierung abgestimmt werden sollte. Die Abstimmung war seither immer wieder verschoben worden.

Schutt- und Trümmerberge vor der Kirche in Kirkuk.

Schutt- und Trümmerberge vor der Kirche in Kirkuk, die am 2. August 2011 bei einem Autobombenanschlag zerstört wurde.

Terror in Kirkuk

In Kirkuk kommt es seit Jahren zu schweren Terrorangriffen. Erst am Donnerstag vergangener Woche detonierte vor einer Polizeiwache eine Autobombe, bei der vier Polizisten ums Leben kamen.

Das können Sie tun:

27.Apr 2012 13:35 · aktualisiert: 23.Mrz 2015 10:08
KIN / T. Waitzmann