“Nicht auf Einheit der Kirchen warten”

Vertreter von KIRCHE IN NOT bei Metropolit Hilarion Alfejew in Moskau

Metropolit Hilarion Alfejew.

Metropolit Hilarion Alfejew.

Der für die Außenbeziehungen der russisch-orthodoxen Kirche zuständige Metropolit Hilarion Alfejew hat an Pfingsten in Moskau auf die gemeinsamen Aufgaben von Orthodoxen und Katholiken in der von Materialismus und Konsumdenken geprägten Welt hingewiesen.

Bei einem Treffen mit Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck, dem geschäftsführenden Präsidenten von KIRCHE IN NOT, betonte Hilarion, man müsse nicht auf die Einheit der Kirchen warten, um tätig zu werden. Die eucharistische Gemeinschaft werde es “nicht in ein paar Jahren geben”, aber schon heute gebe es eine “strategische Allianz in Feldern gemeinsamen Interesses”, so der Metropolit weiter. In diesen Bereichen könne man, so Heereman, “auch gemeinsam handeln”.

Zu den gemeinsamen Tätigkeitsfeldern zählten Hilarion und Heereman die Hilfe für die verfolgten Christen in arabischen und islamischen Ländern. Die Situation dort verschlechtere sich dramatisch; ferner die gemeinsamen christlichen Werte zum Lebensschutz und im Bereich von Ehe und Familie, die unter der Verweltlichung besonders litten; schließlich die theologische Ausbildung, konkret beim Austausch von Studenten und bei der Vertiefung der Spiritualität.

Antonia Willemsen - Kardinal Koch - Metropolit Alfejew

Eine der Höhepunkte des Internationalen Kongresses “Treffpunkt Weltkirche” von KIRCHE IN NOT im März 2011 in Würzburg: Das Podium mit Kardinal Kurt Koch (Mitte) und Metropolit Hilarion Alfejew. Links: Antonia Willemsen, Vorsitzende von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Beide stimmten darin überein, die Lasten der Vergangenheit abwerfen zu müssen. Dazu seien, so Hilarion, der in der Hierarchie der russisch-orthodoxen Kirche als die Nummer zwei gilt, Treffen und gemeinsame Aktivitäten nötig. Er verwies in diesem Zusammenhang auf seine Begegnung mit Kurienkardinal Kurt Koch, dem Präfekten des Päpstlichen Rates für die Ökumene, beim Internationalen Kongress “Treffpunkt Weltkirche” von KIRCHE IN NOT im März 2011 in Würzburg.

Man sei an Projekten interessiert, “die uns näher zusammenbringen”. Mit KIRCHE IN NOT arbeite die russisch-orthodoxe Kirche schon lange zusammen. Man sei dankbar für die Hilfe der vergangenen Jahre. Jetzt gelte es, so Hilarion und Heereman, angesichts der Herausforderungen “gemeinsam in die Zukunft zu schauen”.

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf Hör-CD beziehungsweise DVD erhältlich.

“Um nach dem Niedergang des Kommunismus jene für die Kirche gewinnen zu können, die in ihrem Herzen dem atheistischen materialismus abgeschworen haben, muss der Westen erst seinem eigenen praktischen Materialismus entsagen. Bis dahin haben wir unseren Brüdern im Osten keine Lektionen zu erteilen.” (Pater Werenfried van Straaten)

30.Mai 2012 11:01 · aktualisiert: 30.Mai 2012 11:02
KIN / S. Stein