Zerstörte Kathedrale und Kirchen

Syrischer Erzbischof über Schäden in der umkämpften Stadt Homs

Blick auf die zerstörte Kathedrale in Homs.

Blick auf die zerstörte Kathedrale in Homs.

Am Wochenende erreichten uns erschütternde Bilder aus der syrischen Stadt Homs. Eustathius Matta Roham, Erzbischof von Jazirah und Euphrates, berichtet in einem E-Mail über die Schäden an der syrisch-orthodoxen Kathedrale sowie von sieben weiteren Kirchen unterschiedlicher christlicher Konfessionen in der Stadt.

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Die Bilder stammen von Erzbischof Silvanus Petros Al-nemeh, dem Erzbischof von Homs und Hama, als er seine Bischofskirche kurz besuchte. Er selbst lebt zurzeit nicht in der umkämpften Stadt. Am 28. Mai war das Waisenhaus, das an die Kathedrale angrenzt, bereits schwer beschädigt. Die Kathedrale hatte jedoch noch das Dach.

Wenige Tage später gab es im Bereich der Kirche heftige Kämpfe. Seitdem besitzt die Kathedrale auch kein Dach mehr. Auch die angrenzenden Gebäude, das Waisenhaus und das Haus des Bischofs, sind schwer beschädigt.

Die Marienkathedrale ist eine sehr alte Kirche. Sie stammt aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Dort wird als bedeutende Reliquie der Gürtel der heiligen Maria aufbewahrt, den sie der Überlieferung nach an den heiligen Thomas weitergegeben hat. Im 5. Jahrhundert hat ein Mönch diese Reliquie nach Homs gebracht.

Das beschädigte Bischofshaus und rechts die Kathdrale von Homs.

Trümmer liegen im Hof vor dem Bischofshaus und der Kathedrale (rechts) in Homs. Beide Gebäude sind schwer beschädigt und haben kein Dach mehr.

Die Erzbischöfe Silvanus Petros Al-nemeh und Eustathius Matta Roham hatten kürzlich das Büro von KIRCHE IN NOT in München besucht. Dabei berichteten sie über die schwierige und gefährliche Lage in Syrien. Sie befürchten ein ähnliches Szenario wie im Irak, wo Christen bedroht und getötet werden, auf der Flucht sind oder sich nicht mehr auf die Straße trauen.

Die Erzbischöfe haben um das Gebet und die Unterstützung für die Menschen in Syrien gebeten. Die Lage sei katastrophaler, als man sich vorstellen könne, sagten sie.

Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst Benedikt XVI. beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib von Alexandria / Ägypten für KIRCHE IN NOT)

Diesen Text mit der Ikonenabbildung können Sie unentgeltlich als Gebetsblatt bei uns bestellen – entweder bequem in unserem Bestelldienst oder bei:
KIRCHE IN NOT
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81545 München
Telefon: 089 – 64 24 888-0
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4.Jun 2012 13:10 · aktualisiert: 5.Feb 2014 08:56
KIN / S. Stein