Wiederbelebung der Kontemplation

Existenzhilfe für Unbeschuhte Karmelitinnen vom Karmel St. Josef in Prag

Karmelitin in einer Klosterzelle (Bild: Kloster Aufkirchen).

Karmelitin in einer Klosterzelle (Bild: Kloster Aufkirchen).

Während der laufenden Fußball-Europameisterschaft stellen wir Ihnen Projektbeispiele aus einigen Teilnehmerländern vor. Diesmal blicken wir in die Tschechische Republik, wo wir die Unbeschuhten Karmelitinnen in Prag unterstützen.

Nach Jahrzehnten totalitärer Unterdrückung entdecken die Tschechen das christliche Erbe ihrer Heimat neu. Nicht zuletzt Formen kontemplativen Lebens stoßen auf ein breiteres Interesse. Das eigene Leben ganz auf Gott auszurichten, sich uneingeschränkt in den Dienst der Menschen und der Kirche zu stellen, fasziniert viele.

Tschechiens Nuntius, Erzbischof Diego Causero, hat es so formuliert: “In einem Land, in dem Agnostiker zu sein als Ehrentitel gilt, ist das ein sichtbares Geschenk der göttlichen Vorsehung.”

Ein Beispiel sind die Unbeschuhten Karmelitinnen in Prag. Knapp hundert Jahre nachdem die heilige Teresa von Avila den ersten Karmel gegründet hatte (1562), entstand in Prag auf der sogenannten “Kleinen Seite” der erste Karmel auf dem heutigen tschechischen Gebiet. Bis 1950 beteten und arbeiteten hier die Schwestern — bis sie gewaltsam vertrieben und zur Zwangsarbeit in der Fabrik verurteilt wurden. Erst später konnten sie sich in der Lausitz halbverborgen niederlassen.

Den politischen Umschwung 1989 erlebten nur fünf dieser Schwestern. Dank göttlicher Gnade konnte aber mit und aus ihnen eine neu erstarkte, lebendige und junge Gemeinschaft entstehen.

Unbeschuhte Karmelitinnen in Prag.

Einige der Unbeschuhten Karmelitinnen in Prag, die KIRCHE IN NOT unterstützt.

1992 bekamen die Schwestern ihr altes Kloster im Prager Zentrum zurückerstattet — was natürlich eine große Freude ist, sich aber immer wieder auch als Belastung erweist, ist doch der Unterhalt des historischen Gebäudes aufwändig. Demnächst steht die Reparatur des Kloster- und des Kirchendachs an. Die Heizungskosten sind immens, und der Gemüsegarten, der die Selbstversorgung der Schwestern sichern sollte, viel zu klein.

Aber das Kloster ist lebendig und hat immer wieder Berufungen. 1995 konnte aus dem Karmel sogar eine weitere Neugründung ausgehen. Heute leben acht Schwestern zwischen 28 und 43 Jahren hier im Prager Kloster St. Josef, drei von ihnen befinden sich noch in der Ausbildung. Der Alltag der Schwestern ist geprägt von Gebetszeiten, die den ganzen Tag strukturieren und heiligen.

Zeiten für Gebet, Studium und Arbeit

Er beginnt morgens um 5.30 Uhr und endet um 22 Uhr. Dazwischen sind Zeiten für das Studium, aber auch Zeiten für die Arbeit in der Keramikwerkstatt sowie für Kerzenverzieren, Seidenmalerei und die Herstellung liturgischer Gewänder. Die liebevoll gefertigten Produkte sind zwar sehr gefragt, aber der Erlös deckt leider nicht alle Unkosten, wie Schwester Milada a Salvatore mundi, die Priorin der Gemeinschaft feststellen muss.

Deshalb bittet Sie um unsere Hilfe für die Existenzsicherung. Wir haben von Beginn an den Schwestern geholfen – bei der Restaurierung, für die Ausbildung und mit Existenzhilfen. Auch in diesem Jahr haben wir ihnen einen Zuschuss versprochen.

KIN / S. Stein