“Warten auf bessere Tage”

Wiederaufbau der in den Balkankriegen zerstörten Kirche in Antunovac

Modell der Kirche in Antunovac

So soll die Kirche in Antunovac einmal aussehen.

Während der Fußball-Europameisterschaft stellen wir Ihnen Projektbeispiele aus einigen Teilnehmerländern vor. Diesmal steht Kroatien im Fokus. Dort möchten wir in Antunovac mit Ihrer Hilfe die Kirche wiederaufbauen.

“Fast alle Häuser wurden niedergebrannt und zerstört. Auch die Kirche des heiligen Anton.” Mit diesen Worten beschreibt Pfarrer Andrija Vrbanic den Zustand der Gemeindekirche in Antunovac, die in den Balkankriegen der 1990er-Jahre komplett zerstört worden war. “Der ganze Ort erlitt große Schäden”, sagt er.

Seit fünf Jahren versuchen die überwiegend jungen Familien der Gemeinde nun aus den Trümmern ihre Kirche wiederaufzubauen. Doch ohne Hilfe von außen werden sie es nicht schaffen. Sie selbst sind “nicht in der Lage, den Bau der Kirche abzuschließen”, so Pfarrer Vrbanic.

1800 Katholiken leben in Antunovac. Die Kirche des heiligen Anton ist eine von drei Filialgemeinden des Pfarrverbands Ivanovac im Erzbistum Djakovo-Osijek. Im Pfarrgebiet leben insgesamt 4500 Menschen, die meisten (rund 4200) sind katholisch.

Mithilfe der kroatischen Regierung wurden Ortschaften wiederaufgebaut, mit vielen zusätzlichen Spenden – darunter auch von KIRCHE IN NOT — auch die Pfarrkirche in Ivanovac. Die Filialkirchen aber “warten auf bessere Tage”, so schreibt Pfarrer Vrbanic.

Die Gemeinde ist sehr engagiert. “Rund 300 Kinder und Jugendliche nehmen regelmäßig am Religionsunterricht und an der Sonntagsmesse teil”, erzählt er. Insgesamt 500 Gläubige besuchen die Messe, die wegen der zerstörten Kirche bis heute im Pfarrgemeindesaal stattfindet.

Kirche von Antunovac im Rohbau

Der Rohbau der Kirche in Antunovac.

Die Gläubigen haben schon viel geleistet. Es stehen die tragenden Säulen, die Sakristei und die Außenwände. Ein Sechstel der Gesamtkosten kamen aus der Tasche der Gläubigen selbst. Nun wollen sie das Kirchendach anbringen, Fenster und Türen sowie elektrische Anlagen installieren. Eine große Kostenlast hat die Gemeinde noch zu schultern.

Um diese Last etwas zu erleichtern, haben wir einen Zuschuss versprochen. “In der Hoffnung, dass Sie uns in unserer großen Not helfen werden, danke ich Ihnen herzlich im Namen der Bewohner von Antunovac”, schreibt uns Pfarrer Vrbanic.

KIN / S. Stein