Nigeria kommt nicht zur Ruhe

Tote und Verletzte bei Anschlägen auf Kirchen und anschließenden Unruhen

Auto des Priesterseminars in Kaduna

Auto des Priesterseminars in Kaduna, einem Projektpartner von KIRCHE IN NOT.

Am Sonntag ist es im Norden Nigerias zu neuen Anschlägen auf Kirchen gekommen. Dabei kamen Polizeiangaben zufolge 13 Menschen ums Leben.

Im Anschluss an die Anschläge hat es Übergriffe aufgebrachter christlicher Jugendlichen gegeben, die mit Messern und Stöcken Muslime angegriffen hätten, berichteten Zeugen. Dabei sollen weitere Menschen ums Leben gekommen und verletzt worden sein. Insgesamt soll es bei den Anschlägen und den anschließenden Unruhen mehr als 45 Tote und rund 150 Verletzte gegeben haben, berichtet tagesschau.de.

Die Anschläge ereigneten sich in einer Kirche in Kaduna sowie in der Stadt Zaria, wo es zwei Angriffe durch Selbstmordattentäter gab. Nach Polizeiangaben gab es am Nachmittag zwei weitere Anschläge auf Kirchen in Nassarawa und Barnawa, die zeitgleich stattgefunden haben sollen.

Die Behörden verordneten daraufhin eine 24-stündige Ausgangssperre. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verurteilte die Gewalt und appellierte, dass man die Verantwortlichen vor Gericht stellen solle.

Wochenmarkt in Kaduna mit Kirche St. Matthias.

Wochenmarkt in Kaduna. Im Hintergrund die Kirche St. Matthäus.

Hinter den Angriffen des vergangenen Sonntags steht die islamistische Gruppierung “Boko Haram”. Sie hat sich in der Zwischenzeit zu den Anschlägen auf die Kirchen bekannt. In der Vergangenheit gingen bereits mehrere Anschläge auf deren Konto.

Erst in der vergangenen Woche sind bei Anschlägen auf christliche Kirchen mehrere Menschen ums Leben gekommen. “Boko Haram” hatte sich anschließend dazu bekannt. Die Gruppierung kämpft für einen muslimischen Staat im Norden des Landes. Der Süden Nigerias ist mehrheitlich christlich.

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Schlagworte:
Anschlag · Boko Haram · Islamisten · Kaduna · Nigeria · Terror · Zaria
18.Jun 2012 10:31 · aktualisiert: 11.Nov 2013 14:45
KIN / S. Stein