“Christen werden nicht verschwinden”

Kustos des Heiligen Landes über den Besuch Papst Benedikts XVI. im Libanon

Pierbattista Pizzaballa, Kustos im Heiligen Land.

Pater Pierbattista Pizzaballa, Kustos im Heiligen Land.

Einen möglicherweise großen Einfluss des Papst-Besuchs im Libanon auf die öffentliche Meinung und die Medien in der arabischen Welt erwartet der Kustos des Heiligen Landes, Pater Pierbattista Pizzaballa.

Gegenüber KIRCHE IN NOT sagte der Franziskaner in Jerusalem: “Der Besuch könnte dazu beitragen, eine positive Haltung gegenüber den Christen und der Kirche im Nahen Osten zu schaffen.” Der Kustos rechnet allerdings nicht mit einem Einfluss der Visite auf die politische Dynamik der Region.

Papst Benedikt XVI. wird im Libanon unter anderem ein Apostolisches Schreiben veröffentlichen, mit dem die Ergebnisse der römischen Bischofssynode über den Nahen Osten vorgestellt werden. Die Synode habe bereits einige Veränderungen gebracht. Pizzaballa verwies auf Impulse für den ökumenischen Dialog, die Ausbildung der Priester und das katholische Bildungswesen.

Der Kustos wies zudem Kritik zurück, der Kirche im Nahen Osten fehle es an einer Vision, den Exodus der Christen aufzuhalten. “Was immer wir tun, wird nie genug sein”, so Pizzaballa. Die Kirche könne nicht mehr tun, als sich um Ausbildung und gute Beziehungen zu bemühen. “Das ist der einzige Weg, um die christliche Präsenz zu sichern.” Die orientalischen Christen müssten versuchen, integraler Bestandteil beim Aufbau einer neuen Gesellschaft zu sein, wie etwa in Ägypten.

Auf die Frage, ob es in fünfzig Jahren noch Christen in der Region geben werde, sagte Pizzaballa: “Wenn man die Interviews liest, die Prälaten vor fünfzig Jahren gegeben haben, dann wird man auf dieselbe Befürchtung stoßen, dass Christen aus dem Heiligen Land verschwinden werden.” Der Kustos räumte zwar ein, dass die christlichen Gemeinschaften kleiner würden, was auch mit dem im Verhältnis größeren Wachstum der anderen Gemeinschaften zusammenhänge: “Aber wir werden nicht verschwinden!”

Unsere Sendungen zum Thema Libanon

In unserer Mediathek haben wir für Sie einige Beiträge über den Libanon zusammenstellt. Die Dokumentationen können Sie dort kostenlos abrufen. Außerdem gibt es eine Sendung zum Papstbesuch im Libanon, die in unserer Reihe “Weltkirche aktuell” ausgestrahlt worden ist.

Alle Beiträge können Sie kostenlos anschauen beziehungsweise anhören. Folgen Sie einfach dem Link zur Mediathek und geben Sie den Suchbegriff Libanon ein.

Die Dokumentationen, Radiobeiträge sowie die in unserer Medienbox vorgestellten Sendungen sind in unserem Büro unentgeltlich als DVD beziehungsweise CD erhältlich:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistraße 62
81545 München
Telefon: 089 – 64 24 88-0
Fax: 089 – 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

So können Sie den Christen im Libanon helfen:

Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst Benedikt XVI. beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib von Alexandria / Ägypten für KIRCHE IN NOT)

Diesen Text mit der Ikonenabbildung können Sie unentgeltlich als Gebetsblatt bei uns bestellen – entweder bequem in unserem Bestelldienst oder bei:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistraße 62
81545 München
Telefon: 089 – 64 24 888-0
Fax: 089 – 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

12.Sep 2012 14:18 · aktualisiert: 5.Feb 2014 08:50
KIN / S. Stein