“Die Stimmung ist gespannt”

Aufruf zur Rosenkranznovene für den Frieden in Venezuela im Vorfeld der Wahl

Hugo Chavez, Präsident von Venezuela.

KIRCHE IN NOT ruft ab dem 28. September zu einer Rosenkranznovene im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Venezuela am 7. Oktober auf, um für den Frieden im Land zu beten. Damit greifen wir ein Anliegen der Bischofskonferenz des südamerikanischen Landes auf. Der Wahltag ist auch das Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz.

In einer Mitteilung des Erzbistums Caracas wird der Nationale Wahlrat aufgerufen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um bei der Wahl Unparteilichkeit und Transparenz zu gewährleisten.

“Die Stimmung ist gespannt. Zwar gibt es bislang nichts zu bemängeln, aber viele Prognosen weisen darauf hin, dass in den nächsten Wochen, insbesondere ab dem 7. Oktober, eine politische Krise entstehen könnte, falls die Regierung das Wahlergebnis manipuliert oder nicht anerkennt”, erklärt Angel Lombardi, Rektor der Katholischen Universität “Cecilio Acosta” in Maracaibo.

Zur Wahl stehen zwei große Koalitionen: Der “Große Patriotische Pol” (GPP) unterstützt die Wiederwahl von Hugo Chávez; der “Tisch der demokratischen Einheit” (MUD) wird von Henrique Capriles Radonski vertreten. Derzeit gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, sagen Meinungsforschungsinstitute.

Karmelitinnen aus Venezuela

Diese Karmelitinnen aus Venezuela haben wir in diesem Jahr unterstützt.

In den letzten 14 Jahren war die venezolanische Gesellschaft in zwei vermeintlich unversöhnliche Lager geteilt. “Die Kirche hat sich durch die Bischofskonferenz diesem Trend entgegengesetzt. Unter verschiedenen Gesichtspunkten hat sie darauf beharrt, dass wir eine einzige Nation bilden, dass wir die Vergangenheit und die Gegenwart teilen und auch die Zukunft teilen müssen”, erläutert Dr. Lombardi.

Der Erzbischof von Caracas, Kardinal Jorge Liberato Urosa Savino, sagte gegenüber KIRCHE IN NOT: “Wir Bischöfe drücken nicht erst jetzt unsere Sorgen, unseren Kummer, unsere Meinungen und Lehrmeinungen über die soziopolitische Situation des Landes aus. Dies tun wir seit sehr langer Zeit, um unserer pastoralen Aufgabe gerecht zu werden. Als Hirten haben wir uns für das Wohl, für den Frieden, für das Zusammenleben des Volkes Gottes einzusetzen.“

KIRCHE IN NOT unterstützt die pastorale Arbeit der venezolanischen Kirche seit 50 Jahren. Dieses Jahr wurden dort mehr als 55 Projekte durchgeführt. Darunter befinden sich beispielsweise Familienpastoral-Programme, Hilfen für Seminaristen, Ordensschwestern und Novizen, Stipendien für Studenten sowie Mess-Stipendien für Priester.

27.Sep 2012 16:44 · aktualisiert: 28.Sep 2012 09:13
KIN / S. Stein