Eine schwächelnde Demokratie

Vor 20 Jahren endete der Bürgerkrieg im südostafrikanischen Mosambik

Comboni-Missionar Ottorino Poletto aus Mosambik

Comboni-Missionar Ottorino Poletto.

“In Mosambik ist eine Friedensmentalität gewachsen. Die Menschen wollen keinen Krieg mehr.” So beschreibt der Comboni-Missionar Ottorino Poletto die Situation in dem südostafrikanischen Land 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs. “In Mosambik ist die Demokratie bis heute allerdings nicht besonders ausgeprägt. Es regiert im Grunde nur eine Partei, FRELIMO, die die anderen verdrängen will”, betonte Pater Poletto bei einem Besuch von KIRCHE IN NOT.

Die Befreiungsfront “Frente de Libertação de Moçambique” (FRELIMO) und der nationale Widerstand (RENAMO) hatten am 4. Oktober 1992 auf Vermittlung der katholischen Kirche in Rom ein Friedensabkommen unterzeichnet. Damit endete ein Bürgerkrieg, der in den späten 1970er-Jahren ausgebrochen war und das Land wirtschaftlich ruiniert hatte.

Der aus Padua in Italien stammende Ottorino Poletto leitet seit 1990 verschiedene Sozial- und Pastoralprojekte seines Ordens in der Erzdiözese Beira, im Süden des Landes. Dazu zählen Grund- und weiterführende Schulen für insgesamt 9000 Schüler, Internate für 2000 Mädchen und Jungen sowie drei große Kranken- und fünf Missionsstationen in den Distrikten Buzi, Chibabava und Machanga.

“Die Menschen sind bettelarm. Wenn der Regen ausbleibt, müssen sie sogar hungern”, so der 61-jährige Comboni-Missionar. In der Region profitieren nach seinen Worten rund 350 000 Menschen von der Arbeit des Ordens im Bildungs- und Gesundheitssektor, in der landwirtschaftlichen Entwicklung und der Pastoral.

Schüler einer Schule im Erzbistum Beira, die von den Comboni-Missionaren geleitet wird

Schüler einer Schule, die von den Comboni-Missionaren geleitet wird

Allein in den Krankenstationen werden demnach jährlich etwa 65 000 Patienten, darunter 1500 Aidskranke behandelt. Pater Poletto: “Uns unterstützen an die 1000 Freiwillige und Mitarbeiter. Allein bei der Alphabetisierung helfen uns 70 Freiwillige, die zurzeit etwa 3000 Erwachsene betreuen.”

Das von den Comboni-Missionaren betreute Gebiet umfasst 450 Außenstationen mit kleinen christlichen Gemeinden und ist rund 25 000 Quadratkilometer groß. Gegenwärtig sind zehn Priester in der Seelsorge tätig.

KIRCHE IN NOT hat bereits mehrere Projekte der Missionare unterstützt, unter anderem die Ausbildung von Katecheten sowie Renovierungsarbeiten an Kirchen und Kapellen. In Buzi, Chibabava und Machanga hat die pastorale Arbeit erst nach Ende des Bürgerkriegs 1992 beginnen können. In den ersten Jahren war Pater Poletto der einzige Priester in der Region.

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf CD beziehungsweise DVD erhältlich.

KIN / S. Stein