Oase des Friedens und der Liebe

Unterstützen Sie die Versöhnungsarbeit der Franziskanerinnen aus Sarajewo

Junge Erwachsene bei einer Prozession in Bosnien-Herzegowina.

Junge Erwachsene bei einer Prozession in Bosnien-Herzegowina.

“Es darf keinen Bruder auf der Welt geben, mag er auch gesündigt haben, so furchtbar er nur konnte, der deine Augen gesehen und dann von dir fortgehen müsste ohne dein Erbarmen.”

In diesem Geist der Versöhnung und des Erbarmens sprach der heilige Franz von Assisi auch vor dem Sultan von Babylon. In den Biografien des Heiligen wird berichtet, dass der Sultan sich bekehrte und kurz vor seinem Tod auch taufen ließ.

In Bosnien-Herzegowina wurde viel gesündigt, vor zwanzig Jahren, als der Krieg dort tobte. Viele Menschen mussten fliehen. Mehr als die Hälfte der 850 000 Katholiken wurde vertrieben. Bei den Verbliebenen sitzt das Misstrauen tief. Es herrschen Angst, Sprachlosigkeit, Intoleranz. Die Menschen leben neben- und nicht miteinander.

Die Franziskanerinnen von Sarajewo gehen neue Wege der Versöhnung unter den ethnischen und religiösen Gruppen. Sie haben ein Programm gestartet mit dem Titel: “Ich reiche die Hand zum Frieden und Miteinander”. In drei Orten veranstalten sie Kurse für Christen und Muslime, in denen “gewaltfreies Handeln und Denken” gelehrt und geübt wird.

Es erstreckt sich über drei Jahre. Die Teilnehmer (Lehrer, Ärzte, Polizisten, Journalisten, Ordensleute) werden später als Vermittler in ihren Dörfern arbeiten. Ziel ist, Frieden zu stiften auf der Grundlage des Glaubens. Die Häuser der Schwestern sollen Vermittlungsstellen des Friedens werden. Die Franziskanerinnen planen im Vertrauen auf Gott. Wir helfen ihnen beim Start des Versöhnungsprogramms (5.000 Euro).

Kursteilnehmer für gewaltfreies Handeln und Denken mit Schwester Klara (Franziskanerin aus Sarajewo, 2.v.l.).

Kursteilnehmer für gewaltfreies Handeln und Denken mit Schwester Klara (Franziskanerin aus Sarajewo, 2.v.l.).

Die beste Voraussetzung für den Frieden ist die Liebe zu Gott. Exerzitien und Einkehrtage für junge Leute, ebenfalls bei Franziskanerinnen in der Diözese Sarajewo, ebnen den Weg zur Versöhnung und Gewaltfreiheit. Karmela war tief beeindruckt von der Anbetung vor dem Allerheiligsten: “Mit Jesus Auge in Auge; ein Dialog der Herzen. Gnade in Fülle, völlig unverdient. Glauben Sie mir, ich wollte nicht fort aus dieser Oase des Friedens und der Liebe.”

Die Oase, das ist das Jugend- und Familienpastoralzentrum der Franziskanerinnen in Bijelo Polje. Die Stille ist für manche Jugendliche eine Herausforderung. Jelena sagt es frei heraus: “Die Stille, das Gebet, das Fasten, das war für mich nicht einfach.” Aber “durch das Schweigen habe ich wieder Sprechen gelernt mit Gott”. Auch Iva erkannte: “Das Beten im Kloster hat die wirklichen Werte wieder freigelegt. Gottes Berührung ist sanft, aber stark.”

Diese Oase muss weiter ihre Tore offen halten, auch im Winter und auch für mehr Menschen. Wasser- und Elektroinstallationen sind völlig ungenügend. Wir helfen bei der Renovierung (15.000 Euro). Das dient auch der Erneuerung der Seelen und die Berührung mit Gott durch das Gebet ist Voraussetzung für eine nachhaltige Versöhnung.

12.Okt 2012 10:47 · aktualisiert: 28.Mai 2014 14:31
KIN / S. Stein