Der gute Hirte will alle Seelen retten

Schwester Pascale und ihr Engagement für unschuldige Frauen im Gefängnis

Schwester Pascale kümmert sich um Frauen, die unschuldig im Gefängnis sind.

Schwester Pascale aus dem Libanon.

Die Schwestern von der Liebe zum Guten Hirten haben ein besonderes Gelübde: “Am Heil der Menschen arbeiten, Seelen retten.” Das tun sie, überall auf der Welt, auch im Libanon.

“Denkt daran, liebe Schwestern, wie erhaben für uns das Opfer ist, das wir in unserem vierten Gelübde für das Heil der Menschen bringen. Dieses Opfer macht uns würdig, am Werk der göttlichen Barmherzigkeit mitzuarbeiten.”

Für Schwester Pascale sind diese Worte der heiligen Maria Euphrasia Pelletier, der Gründerin ihrer Kongregation, zur zweiten Natur geworden. Ganz selbstverständlich arbeitet sie am Heil der Menschen.

Sie geht in die Gefängnisse von Beirut und hilft traumatisierten Frauen. “Sie ist ihren Weg allein gegangen”, sagt sie von Fatmé, der jungen Frau und Muslima, die mit 14 Jahren mit einem Mann zwangsverheiratet wurde, der bereits Kinder hatte, die älter waren als sie. Der Mann schlägt sie häufig. Sie darf nicht aus dem Fenster schauen, geschweige denn das Haus verlassen. Mit 19 Jahren hat sie bereits drei Jungen geboren. Als ihr Mann ermordet wird, wird Fatmé die Schuld zugeschoben und angeklagt. Niemand steht ihr bei, sie hat keine Chance und wird verurteilt.

Kirche und Moschee im Libanon

Kirche und Moschee direkt nebeneinander. Im Libanon sind etwas mehr als 50 Prozent Muslime und 40 Prozent Christen.

Schwester Pascale lernt sie im Gefängnis kennen, besucht sie zweimal in der Woche, arbeitet an der Heilung ihrer Seele, indem sie einfach da ist, mit ihr redet. Jahrelang. Nach zwölf Jahren wird sie entlassen, ihre Kinder waren im Waisenheim, sie sind ihr entfremdet. Pascale besucht Fatmé weiter, bringt ihr Stricken und die Arbeit mit Keramik bei, damit sie zuhause etwas Geld verdienen kann. Fatmé kennt den Koran, Pascale gibt ihr das Evangelium. Die Frohe Botschaft heilt.

Auch Viviane, eine junge Christin, heiratet früh mit 15 Jahren. Ihr Mann betrügt sie ständig, nimmt Drogen, schlägt sie. Oft muss sie ins Krankenhaus. Sie bekommt ein Kind. Schließlich zeigen die Drogen ihre Langzeitwirkung: Der Mann wird depressiv, will sich umbringen – und sie soll auch sterben. Er bereitet eine Mahlzeit für beide vor, mit Gift. Aber sie isst nur wenig und überlebt. Man klagt sie des Mordes an, die Polizei schlägt sie, damit sie ein “Geständnis” ablegt.

Die Schwestern vom Guten Hirten.

Die Schwestern vom Guten Hirten: Georgette, Marie-Claude, Pascale und Monique.

In der Untersuchungshaft erzählt sie ihre Geschichte. Niemand glaubt ihr. Ihr Kind ist bei der Familie des Mannes, “eine Hölle”, sagt Schwester Pascale. Der Schwiegervater nimmt Drogen, die Schwägerin ist geisteskrank, die Schwiegermutter böse und falsch.

Schwester Pascale besucht die Familie; der kleine Junge, mittlerweile neun Jahre alt, sagt: “Ich will zu Mama.” Seit sieben Jahren ist Viviane in Untersuchungshaft, ohne Gerichtsbeschluss. Es fehlt das Geld für einen Anwalt. Ihre Mutter putzt Treppenhäuser, um zu überleben.

Pascale findet einen Anwalt, der sich des Falls annimmt. Ein Priester glaubt Viviane, schreibt die Geschichte auf und gibt sie dem Anwalt. Nun wird der Fall neu aufgerollt. “Sie hat das alles ausgehalten, weil sie glaubt”, sagt Schwester Pascale. Sie kümmert sich auch weiter um Viviane. Auch diese Seele soll geheilt werden. “Jede Seele ist kostbar”, sagt sie, “der gute Hirt will alle retten.”

Schwester Pascale ist dankbar. Ohne Eure Hilfe könnte sie ihre Arbeit nicht tun. Und Fatmé und Viviane sind nur zwei Fälle von vielen.

Unsere Sendungen zum Thema Libanon

In unserer Mediathek haben wir für Sie einige Beiträge über den Libanon zusammenstellt. Die Dokumentationen können Sie dort kostenlos abrufen. Außerdem gibt es eine Sendung zum Papstbesuch im Libanon, die in unserer Reihe “Weltkirche aktuell” ausgestrahlt worden ist.

Alle Beiträge können Sie kostenlos anschauen beziehungsweise anhören. Folgen Sie einfach dem Link zur Mediathek und geben Sie den Suchbegriff Libanon ein.

Die Dokumentationen, Radiobeiträge sowie die in unserer Medienbox vorgestellten Sendungen sind in unserem Büro unentgeltlich als DVD beziehungsweise CD erhältlich:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistraße 62
81545 München
Telefon: 089 – 64 24 88-0
Fax: 089 – 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

So können Sie den Christen im Libanon helfen:

Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst Benedikt XVI. beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib von Alexandria / Ägypten für KIRCHE IN NOT)

Diesen Text mit der Ikonenabbildung können Sie unentgeltlich als Gebetsblatt bei uns bestellen – entweder bequem in unserem Bestelldienst oder bei:
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26.Nov 2012 09:53 · aktualisiert: 5.Feb 2014 08:47
KIN / S. Stein