„Eine echte Gemeinschaft des Lebens”

Nuntius in Israel lobt die ökumenischen Beziehungen im Heiligen Land

Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, Nuntius von Israel.

Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, Nuntius von Israel.

Anlässlich der Eröffnung der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen am vergangenen Wochenende hat sich der neue Apostolische Nuntius in Israel und Delegat in Jerusalem und Palästina, Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, positiv über die Ökumene im Heiligen Land geäußert.

Gegenüber KIRCHE IN NOT sagte der Nuntius am Samstag in der Jerusalemer Grabeskirche: „Was den ökumenischen Dialog betrifft muss ich sagen, dass es eine echte Verbesserung gibt im Vergleich zu dem, was ich während meiner Tätigkeit Anfang der Achtzigerjahre hier erlebt habe.

Es gibt nicht nur einen Dialog, sondern eine echte Gemeinschaft des Lebens. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen christlichen Gemeinschaften haben sich wirklich verbessert. Das ist sehr schön, ermutigend und tröstlich.“

Zur Begründung für diese Entwicklung führte der Nuntius die Schwierigkeiten an, denen die christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land gleichermaßen ausgesetzt seien. „Das hat sie einander näher gebracht. Aber das ist natürlich nur der äußere Faktor. Tatsächlich ist die Verbesserung der ökumenischen Beziehungen die Frucht eines langen Weges des Gebets und der gemeinsamen Reflexion“, so der Nuntius wörtlich, der bis vor seinem Amtsantritt im November 2012 den Heiligen Stuhl in Australien vertrat.

Franziskaner im Gebet vor dem Kruzifix in der Grabeskirche.

Franziskaner im Gebet vor dem Kruzifix in der Grabeskirche.

Erzbischof Lazzarotto äußerte sich am Rande des Eröffnungsgottesdienstes der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen. Die von der griechisch-orthodoxen Kirche gefeierte Liturgie fand in der Jerusalemer Grabeskirche statt, wo die Kreuzigungsstelle Christi verehrt wird. Aus Rücksichtnahme auf das am 18. Januar begangene armenische Weihnachtsfest wird die Gebetswoche im Heiligen Land stets einen Tag später eröffnet als in den übrigen Teilen der Welt.

Derzeit leben in Israel ohne die besetzten Gebiete etwa 158 000 Christen. Das entspricht einem Anteil von 2,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung von 7,8 Millionen. Über 80 Prozent der Christen in Israel gehören der arabischen Minderheit an. In den palästinensischen Gebieten leben nach Schätzungen des in Bethlehem ansässigen Forschungsinstituts Diyar etwa 52 000 Christen, davon etwa 1300 im Gazastreifen.

So können Sie den Christen im Heiligen Land helfen:

Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst Benedikt XVI. beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib, emeritierter Patriarch von Alexandrien / Ägypten für KIRCHE IN NOT)

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22.Jan 2013 11:08 · aktualisiert: 5.Feb 2014 08:46
KIN / S. Stein