„Die Situation ist prekär”

KIRCHE IN NOT gewährt Soforthilfe für geflohene Familien in Mali

Vor einer Kirche in Mali.

Vor einer Kirche in Mali.

Auf dringende Bitte des Bischofs der südmalischen Diözese Mopti, Georges Fonghoro, hat KIRCHE IN NOT eine Soforthilfe von 40.000 Euro bewilligt. Damit unterstützen wir den dringend benötigten Unterhalt und die medizinische Versorgung von über 300 Familien.

„Die Bedürfnisse sind enorm, die Situation der Bevölkerung – ob auf dem Land oder in den Städten – ist prekär und erfordert sofortiges Handeln“, so Bischof Fonghoro. Vor allem Mütter und Kleinkinder litten unter dem Mangel an Nahrungsmitteln. Die Zahl der unterernährten Kinder steige, so der Bischof. Ihre sofortige medizinische Versorgung sei daher unverzichtbar.

„In den letzten Monaten haben die Menschen vor allem im Norden sehr gelitten. Viele sind vor der Gewalt geflohen. Wir kümmern uns derzeit um die Vertriebenen. Die Lage im Land hat sich beruhigt, auch wenn der gesetzliche Ausnahmezustand um drei Monate verlängert wurde. Die Leute haben aber immer noch Angst, in ihre Dörfer zurückzukehren“, heißt es in dem Hilfegesuch aus Mopti.

Hütten in einem malischen Dorf (Foto: Heinz J. Ripka).

Hütten in einem malischen Dorf (Foto: Heinz J. Ripka).

Bereits im vergangenen Jahr leistete KIRCHE IN NOT Nothilfe für Vertriebene. Für überwiegend pastorale Projekte hat KIRCHE IN NOT in Mali in den vergangenen zehn Jahren etwa zwei Millionen Euro aufgewendet.

Anfang 2012 waren im Norden Malis Kämpfe zwischen Tuareg und malischen Streitkräften ausgebrochen; in einer Region, die etwa doppelt so groß wie Deutschland ist. Den Tuareg schlossen sich islamistische Verbände an, die die Macht schnell an sich rissen. Mit Kidal, Gao und Timbuktu wurden die wichtigsten Städte im Norden rasch erobert.

Auf einem Markt in Mali (Foto: Heinz J. Ripka).

Auf einem Markt in Mali (Foto: Heinz J. Ripka).

Die innerstaatliche Krise spitzte sich zu, als das Militär die Regierung in der Hauptstadt Bamako stürzten. Weil das westafrikanische, strategisch bedeutsame Land Gefahr lief, komplett in die Hände islamistischer Kräfte zu fallen, griff Frankreich schließlich im Januar 2013 auf Seiten der malischen Armee militärisch in den Konflikt ein.

Die Diözese Mopti hat ihren Sitz in der gleichnamigen Regionalhauptstadt im Süden des Landes am Zusammenfluss des Bani und des Niger. Auf dem Territorium der Diözese, die zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland ist, leben nur etwa 40 000 Katholiken. In sechs Großpfarreien sind 22 Priester in der Seelsorge tätig. Bischof Georges Fonghoro, der 1958 in Yélé, einem Ort südlich von Mopti geboren wurde, leitet das Bistum seit 1999.

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf CD beziehungsweise DVD erhältlich.

So können Sie helfen:

Schlagworte:
Armut · Bürgerkrieg · Georges Fonghoro · Mali · Mopti · Tuareg
25.Jan 2013 15:58 · aktualisiert: 7.Mrz 2013 10:50
KIN / S. Stein