Ein Zeugnis aus dem Rückzugsort des Papstes

Im Klausurkloster “Mater Ecclesiae” im Vatikan beten Schwestern für Papst und Kirche

Kloster "Mater Ecclesiae" in der Nähe des Petersdoms. Quelle: Wikimedia Creative Commons License, Autor: Gugganij.

Kloster “Mater Ecclesiae” in der Nähe des Petersdoms. Quelle: Wikimedia Creative Commons License, Autor: Gugganij.

Papst Benedikt XVI. wird sich nach seinem Rücktritt in das Kloster “Mater Ecclesiae” zum Gebet und zur Meditation zurückziehen, wie sein Sprecher Federico Lombardi mitteilte. In diesem Klausurkloster im Vatikan beten kontemplative Schwestern seit 1994 für die Berufung des Heiligen Vaters und für die Kirche.

Über das Kloster und seine besondere Berufung gibt es ein Zeugnis in unserer Broschüre “Eucharistische Anbetung zur Heiligung der Priester und geistige Mutterschaft”, das wir unten abgedruckt haben.

Sie können diese Broschüre bei uns bestellen oder als PDF-Dokument herunterladen (50 Seiten).

Ein Lebensopfer für den Papst und die Kirche

Im wahrsten Sinn im Herzen des Vatikans, im Schatten der Kuppel von Sankt Peter, liegt ein Kloster, das der “Mater Ecclesiae”, der Mutter der Kirche, geweiht ist. Das einfache Gebäude, das früher verschiedenen Zwecken gedient hatte, wurde vor einigen Jahren umgebaut, um es den Bedürfnissen eines kontemplativen Ordens anzupassen. Papst Johannes Paul II. selbst hat veranlasst, dass am 13. Mai 1994, einem Fatimatag, im Vatikan ein Klausurkloster eröffnet wurde, in dem Schwestern für die Berufung des Heiligen Vaters und für die Kirche ihr Leben einsetzen.

Jeweils für fünf Jahre bleibt ihnen diese Aufgabe anvertraut. Dann werden Schwestern eines anderen kontemplativen Ordens ebenfalls für fünf Jahre diesen Platz im Herzen der Kirche übernehmen. Die acht Klarissinnen, die erste internationale Gemeinschaft an diesem Ort, stammten aus sechs verschiedenen Ländern (Italien, Kanada, Ruanda, den Philippinen, Bosnien-Herzegowina, Nicaragua).

An ihre Stelle traten am Rosenkranzfest, am 7. Oktober 2004, sieben Benediktinerinnen aus vier verschiedenen Ländern. Eine Schwester stammt aus den Philippinen, eine andere kommt aus den USA, zwei sind Französinnen und drei Italienerinnen.

Die Kapelle des Klosters "Mater Ecclesiae" (l.) und der  Petersdom (r.). Quelle: Wikimedia Creative Commons License, Autor: Gugganij.

Die Kapelle des Klosters “Mater Ecclesiae” (l.) und der Petersdom (r.). Quelle: Wikimedia Creative Commons License, Autor: Gugganij.

Mit dieser Gründung zeigte Johannes Paul II. der Weltöffentlichkeit ohne Worte, aber doch sehr deutlich, wie wichtig und unerlässlich auch in unserer modernen, schnelllebigen Zeit die Berufung zum kontemplativ-verborgenen Leben ist und welch hohen Wert er dem Gebet in der Stille und dem im Verborgenen gebrachten Opfer beimisst. Wenn er in seiner unmittelbaren Nähe Klausurschwestern haben wollte, damit sie für ihn und sein Pontifikat beteten, so offenbart dies auch seine tiefe Überzeugung, dass er sich die Fruchtbarkeit seines universalen Hirtenamtes und den geistigen Erfolg seines immensen äußeren Wirkens in erster Linie vom Gebet und Opfer anderer erwartet.

Das Kloster unter dem Pontifikat Benedikt XVI.

Auch Papst Benedikt XVI. hat dieselbe tiefe Überzeugung. Zweimal hat er bereits die heilige Messe bei “seinen Schwestern” gefeiert und ihnen für das Opfer ihres Lebens für ihn gedankt. Die Worte, die er am 15. September 2007 in Castelgandolfo an Klarissinnen richtete, gelten in gleicher Weise auch für die Klausurschwestern im Vatikan: “Das ist es, liebe Schwestern, was der Papst von euch erwartet: Seid brennende Fackeln der Liebe, ‘gefaltete Hände’, die in unablässigem Gebet wachen, gänzlich losgelöst von der Welt, um das Amt dessen zu unterstützen, den Jesus berufen hat, seine Kirche zu führen.”

Die Vorsehung hat es wirklich wunderbar gefügt, dass unter dem Pontifikat eines Papstes, der den heiligen Benedikt sehr liebt, heute Benediktinerinnen ihm besonders nahe sein dürfen.

Täglich das Leben Mariens nachahmen

Es ist kein Zufall, dass der Heilige Vater einen weiblichen Orden für diese Aufgabe aussuchte. Waren es im Laufe der Kirchengeschichte doch immer Frauen, die in der Nachfolge der Gottesmutter betend und opfernd den Weg der Apostel und Priester in ihrem missionarischen Wirken begleitet und unterstützt haben. So sehen die kontemplativen Orden “die Nachahmung und Betrachtung Mariens” als ihr besonderes Charisma.

Mutter M. Sofia Cicchetti, heutige Oberin des Klosters, beschreibt das Leben ihrer Gemeinschaft als ein tägliches marianisches Leben.

“Bei uns ist nichts außerordentlich. Unser kontemplatives und klausuriertes Leben kann man nur im Licht des Glaubens und der Liebe Gottes verstehen. In dieser auf Konsum und Hedonismus ausgerichteten Gesellschaft scheinen der Sinn für das Schöne und das Staunen vor den Werken Gottes in der Welt und im Leben jeder Frau und jeden Mannes, so wie auch die Anbetung seiner geheimnisvollen Gegenwart in unserer Mitte, verschwunden zu sein. Aus der Sicht der heutigen Welt könnte unser von der Welt losgelöstes, aber ihr gegenüber nicht gleichgültiges Leben, absurd und unnütz erscheinen.

“Sich mit Jesus Christus dem Vater darbringen”

Trotzdem können wir freudig bezeugen, dass es keinen Verlust bedeutet, Gott allein die Zeit zu schenken. In prophetischer Sicht erinnert es an eine fundamentale Wahrheit: Damit die Menschheit wahrhaft und in Fülle sie selbst sein kann, muss sie in Gott verankert sein und gleichzeitig vom Geist der Liebe Gottes leben. Wir möchten wie viele ‘Mose’ sein, die mit erhobenen Händen und einem Herzen voll universaler, doch auch ganz konkreter Liebe, für das Gut und das Heil der Welt bitten und so ‘sich mit Jesus Christus dem Vater darbringen und am Erlösungswerk mitwirken’ (vgl. Verbi Sponsa, 3).

Unsere Aufgabe besteht nicht so sehr im ‘Tun’ als vielmehr im ‘Sein’ einer neuen Menschheit. Im Licht all dessen können wir sehr wohl sagen, dass unser Leben sinnvoll ist; es ist keineswegs vergeudet oder verschwendet, weder Verschlossenheit noch eine Flucht vor der Welt, sondern eine freudvolle Hingabe an Gott, der die Liebe ist, an alle Brüder und Schwestern ohne Ausnahme, und hier im ‘Mater Ecclesiae’ in besonderer Weise für den Papst und seine Mitarbeiter.”

Ein Leben für den Heiligen Vater

Schwester Chiara-Cristiana, die Mutter Oberin der ersten Gemeinschaft im Herzen des Vatikans, erzählte: “Als ich hierherkam, fand ich die Berufung in meiner Berufung: als Klarissin mein Leben für den Heiligen Vater hinzugeben. So war es auch für die Mitschwestern.”

Mutter M. Sofia bestätigt: “Als Benediktinerinnen sind wir zutiefst mit der Weltkirche verbunden und spüren deswegen eine große Liebe zum Papst, wo immer wir auch sind. Sicher, in dieses ‘erste’ Kloster, so ganz in seine Nähe gerufen worden zu sein – auch physisch -, hat unsere Liebe zu ihm noch vertieft. Wir versuchen, diese Liebe auch unseren ursprünglichen Häusern zu vermitteln.

Wir verstehen, dass wir dazu berufen sind, in unserem verborgenen Leben und in der Stille geistige Mütter zu sein. Unter unseren geistigen Kindern haben die Priester und Seminaristen und jene, die uns um Unterstützung für ihr priesterliches Wirken inmitten von Prüfungen und Hoffnungslosigkeit bitten, einen bevorzugten Platz. Unser Leben möchte ein Zeugnis der apostolischen Fruchtbarkeit des kontemplativen Lebens sein, in der Nachahmung der seligen Jungfrau Maria, die im Geheimnis der Kirche ‘selbst mit Recht Mutter und Jungfrau genannt wird’ (LG 63).”

Congregatio pro Clericis / KIRCHE IN NOT:  “Eucharistische Anbetung zur Heiligung der Priester und geistige Mutterschaft”, 2009

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14.Feb 2013 17:11 · aktualisiert: 15.Feb 2013 16:36
KIN / T. Waitzmann