In Liebe zu Christus und seiner Kirche – hl. Hildegard

Titelblatt des Novenen-Gebetsheftes von KIRCHE IN NOT.

Titelblatt des Novenen-Gebetsheftes von KIRCHE IN NOT.

Hildegard kam aus einer großen adligen Familie und wurde von Geburt an von ihren Eltern zum Dienst an Gott geweiht. Bereits mit acht Jahren wurde sie in die Obhut von Frauen gegeben, die in einer Klausur lebten und der Regel des heiligen Benedikt folgten. Im Alter von 38 Jahren wurde sie von ihren Mitschwestern zur Oberin berufen. Zeitlebens empfing sie mystische Visionen. Mit päpstlicher Erlaubnis schrieb sie diese nieder und sprach öffentlich zu den Menschen von Gott. Alle hörten ihr gerne zu, auch wenn sie einen strengen Ton anschlug: Sie wurde als von Gott gesandte Botin betrachtet.

Ihre Zeitgenossen bezeichneten sie als „deutsche Prophetin“. Hildegards mystische Visionen ähneln denen der Propheten des Alten Testaments: Sie drückte sich in den kulturellen und religiösen Begriffen ihrer Zeit aus und interpretierte die Heilige Schrift im Licht Gottes, indem sie sie auf die verschiedenen Lebensumstände anwandte. Alle, die ihr zuhörten, fühlten sich aufgefordert, einen konsequenten und engagierten christlichen Lebensstil zu praktizieren.

In einer Vision beschreibt die heilige Hildegard in erschütternder Weise den Zustand der Kirche, den wir auch heute oft erfahren:

„Ich schaute, wach an Körper und Geist, eine Frau von solcher Schönheit, dass Menschengeist es nicht zu fassen vermochte. Ihre Gestalt ragte von der Erde bis zum Himmel. Ihr Antlitz leuchtete von höchstem Glanz. Ihr Auge blickte zum Himmel. Bekleidet war sie mit einem strahlendhellen Gewand aus weißer Seide und einem Mantel, besetzt mit kostbaren Steinen. An den Füßen trug sie Schuhe aus Onyx.

Aber ihr Antlitz war mit Staub bestreut, ihr Gewand war an der rechten Seite zerrissen. Auch hatte der Mantel seine erlesene Schönheit verloren, und ihre Schuhe waren von oben her beschmutzt. Mit lauter, klagender Stimme schrie sie zum hohen Himmel hinauf: Horch auf, Himmel; Mein Antlitz ist besudelt! Trauere, Erde: Mein Kleid ist zerrissen! Erzittere, Abgrund: Meine Schuhe sind beschmutzt!

… Die Wundmale meines Bräutigams bleiben frisch und offen, solange die Sündenwunden der Menschen offen sind. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel, die sprach: Dieses Bild stellt die Kirche dar. Deshalb, o Mensch, der du das schaust und die Klageworte hörst, künde es den Priestern, die zur Leitung und Belehrung des Gottesvolkes bestellt sind und denen gleich den Aposteln gesagt wurde: ‚Geht hinaus in die Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!‘“

Aus den Generalaudienzen vom 1. und 8. September 2010 und der Weihnachtsansprache vom 20. Dezember 2010

Beten wir darum, dass der Heilige Geist alle Glieder der Kirche die Zeichen der Zeit erkennen lässt und sie die Fähigkeit zu einem aufrichtigen Geist der Buße erlangen und den Weg der Umkehr beschreiten, um auf diese Weise eine wahre Erneuerung der kirchlichen Gemeinschaft einzuleiten.

Vater unser …, Gegrüßet seist du, Maria …, Ehre sei …

Vorsatz: Setz Dich heute konkret damit auseinander, was dich von Gott weg bringt und welche Tugenden dich zu Ihm und zu der Kirche näher bringen. Bitte den Heiligen Geist, dir die Sehnsucht zu schenken, heilig werden zu wollen.

Material zu Papst Benedikt XVI.

Beispiele unserer Hilfe

Heilige Messen

19.Feb 2013 17:14 · aktualisiert: 17.Sep 2014 08:15
KIN / T. Waitzmann