Die für Jesus Christus alles aufgaben

Zum Weltgebetstag für Frauen: Ordensfrauen und ihre wichtige Rolle in der Welt – gerade in armen Regionen

Ordensschwester mit Kindern in Sao Salvador da Bahia (Brasilien).

Ordensschwester mit Kindern in Sao Salvador da Bahia (Brasilien).

Ordensfrauen sind Bestandteil fast jeder Kultur. Sie werden von den meisten Menschen geschätzt, von einigen wenigen aber auch verspottet. Die weltweit wohl bekannteste Ordensfrau war Mutter Teresa.

Bis heute erfährt die Friedensnobelpreisträgerin von 1979 vor allem Bewunderung, aber auch Ablehnung. Beides hat Mutter Teresa zu Lebzeiten wenig berührt, denn sie hat ihr Leben in erster Linie als einen Weg der Nachfolge, als beständige Begegnung mit Christus verstanden – im Dienst am Nächsten.

Wie groß das Engagement von Ordensfrauen weltweit ist, zeigen auch die regelmäßigen Treffen der „Internationalen Union der Generaloberinnen“ (UISG). Der Vereinigung gehören 1900 Frauenorden mit mehr als 750 000 Schwestern an. Bei ihren Versammlungen beschäftigen sich die Ordensfrauen mit den Folgen von Ungerechtigkeit, Hunger und Krieg, Aids, Menschenhandel und vielen anderen Herausforderungen, die ihre Arbeit beständig begleiten.

In vielen Ländern sind die Ordensfrauen tätig. Weltweit unterstützen wir die wertvolle Arbeit der Schwestern und Frauengemeinschaften. Daher können wir nur einige Beispiele vorstellen: aus Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo, aus Kasachstan und dem Libanon.

Schwester Hanan Youssef aus dem Libanon gibt einer muslimischen Patientin Medikamente.

Schwester Hanan Youssef (links) aus dem Libanon gibt einer muslimischen Patientin Medikamente.

In der drittgrößten Stadt Brasiliens, in São Salvador da Bahia, leben drei Millionen Menschen, darunter knapp 800 Ordensschwestern. Die Stadt wächst rasant. Viele Menschen verlassen das arme Umland und suchen ihr Glück in der Metropole, aber häufig landen sie dort in Elendsvierteln. Gerade hier sind Ordensfrauen im Einsatz: in der Seelsorge, in Familien, in der Krankenbetreuung, auch in Schulen.

Da die meisten Orden brasilianische Gründungen sind, fehlt ihnen die Unterstützung, über die international organisierte Gemeinschaften in der Regel verfügen. Zudem leisten die Frauen ihren Einsatz unentgeltlich. Deshalb hilft KIRCHE IN NOT seit Jahren zahlreichen Schwestern aus verschiedenen Gemeinschaften.

Gemeinsam geht es besser: Die Schwestern der Kongregation  „Töchter der Auferstehung“ helfen den Frauen aus dem Dorf bei der Feldarbeit.

Gemeinsam geht es besser: Die Schwestern der Kongregation „Töchter der Auferstehung“ helfen den Frauen aus dem Dorf bei der Feldarbeit.

Bukavu im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist ein gefährliches Pflaster. Gewalt gehört hier fast zum Alltag. Dennoch bleiben die „Töchter der Auferstehung“. Gegenwärtig sind es mehr als 200. Seit 1966 kümmern sich die Ordensfrauen um Menschen am Rande einer Gesellschaft, die mehr und mehr von Bandenkriegen zerrissen wird. Pater Werenfried von Straaten, der Gründer von KIRCHE IN NOT, hatte die Gründung des Ordens maßgeblich gefördert; seitdem werden die „Töchter der Auferstehung“ auch finanziell unterstützt.

Karaganda liegt im östlichen Zentrum Kasachstans. Die Stadt hat knapp 500 000 Einwohner und ein Karmelitinnen-Kloster, bei dessen Instandsetzung KIRCHE IN NOT geholfen hat. Sie leben zurückgezogen, kontemplativ, das heißt sie widmen ihren Alltag vor allem dem Gebet.

Erfreulicherweise wird die Ordensgemeinschaft größer. Daher haben die Karmelitinnen beschlossen, ein Wirtschaftsgebäude aufzustocken, das zum Kloster gehört. In der zusätzlichen Etage sollen Zimmer für Novizinnen eingerichtet werden. Auch der Bischof von Karaganda, Janusz Kaleta, ist überzeugt, dass der Karmel weiteren Zulauf finden wird. Bei seiner Gründung gehörten drei Ordensfrauen dazu. Gegenwärtig leben in der kontemplativen Gemeinschaft elf Schwestern, vier stammen aus Kasachstan.

Eine Karmelitin aus Kasachstan schnitzt ein Kruzifix.

Eine Karmelitin aus Kasachstan schnitzt ein Kruzifix.

Ganz anders ist der Alltag der „Schwestern vom Guten Hirten“. Weltweit gehören der Gemeinschaft derzeit 5000 Frauen an. Ihre Zentren sind Anlaufstellen für Menschen in Not. Sie kümmern sich um Bedürftige, vor allem um Frauen und Kinder, die großes Leid erfahren haben. Im libanesischen Jdeideh bei Beirut sind es vor allem Flüchtlinge aus Syrien, die die Schwestern aufsuchen. 2011/12 wurden über 15 000 Kranke aufgenommen, darunter etwa 11 000 Flüchtlinge, die ursprünglich aus dem Irak stammen.

Die Schwestern sorgen nicht nur für medizinische Versorgung und Verpflegung, sondern auch für Unterkünfte. Die Not ist weiterhin groß; vor allem die Kinder leiden darunter. In einem Schreiben an KIRCHE IN NOT heißt es: „Die Kinder sind ihrer Rechte beraubt. Wir geben ihnen einmal in der Woche Gelegenheit, wirklich Kinder zu sein: ein wenig offenen Raum zum Atmen, die Natur genießen, altersgemäße Aktivitäten, ins Theater gehen, eine regelmäßige Mahlzeit. Das Ziel ist, diesen Kindern eine Atmosphäre von Frieden, Freude und Staunen zu vermitteln, abseits vom Leid der Erwachsenen.“

8.Mrz 2013 10:39 · aktualisiert: 6.Mrz 2015 10:44
KIN / S. Stein