Syrien: „Das Leiden ist grenzenlos”

Patriarch Gregor III. Laham bittet die Weltgemeinschaft um Hilfe

Patriarch Gregor III. Laham von Antiochien.

Patriarch Gregor III. Laham von Antiochien, Oberhaupt der melkitisch-katholischen Kirche im Nahen Osten.

Das Oberhaupt der griechisch-katholischen Christen des melkitischen Ritus in Syrien, Patriarch Gregor III. Laham, hat die Weltgemeinschaft um Mithilfe bei einer Verhandlungslösung für den Bürgerkrieg in seinem Land gebeten. In einem Schreiben an KIRCHE IN NOT schreibt er: „Das Leiden Syriens ist grenzenlos.”

Der Konflikt habe inzwischen „Tausende und Abertausende niedergemäht – Zivilisten und Angehörige des Militärs gleichermaßen”. Nach Einschätzung Lahams, dessen Amtssitz sich in Damaskus befindet, sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor zwei Jahren bis zu 400 000 syrische Christen aus ihrer Heimat vertrieben worden.

Der Patriarch betont, dass die Zukunft seiner Gläubigen jedoch „nicht von den Muslimen bedroht wird, sondern vom allgemeinen Chaos und von unkontrollierbaren, fundamentalistischen Fanatikern”. Sämtliche Aspekte von Demokratie, Menschenrechten, Freiheit, Säkularismus und Bürgerrechten seien aus dem Blickfeld geraten. „Und niemand kümmert sich darum”, beklagt der Patriarch.

Diese bedrohliche Situation habe weitreichende Folgen für die Zukunft der Christen im gesamten Nahen Osten, da Syrien seit Jahrzehnten Zufluchtsort für Gläubige aus Krisengebieten wie dem Irak gewesen sei. Der Bürgerkrieg sei auch für die mehrheitlich gemäßigten Muslime eine schwere Bedrohung, weil verschiedene islamische Traditionen gegeneinander ausgespielt würden. Der Patriarch betont, dass Frieden nach wie vor möglich sei.

Ein Flüchtlingslager nahe der libanesisch-syrischen Grenze.

Ein Flüchtlingslager nahe der libanesisch-syrischen Grenze.

In seiner Erklärung bittet er unter anderem die Regierungen der arabischen Staaten sowie der Länder Nord-, Südamerikas und Europas um ihre Mithilfe bei einer friedlichen Lösung des Konflikts: „Wir sind sicher, dass trotz unserer Nöte alle Syrer zum Dialog imstande sind”, schreibt er.

In dem Brief an KIRCHE IN NOT appelliert der Patriarch: „Angesichts all dieser Gefahren, des Leids und des Unglücks, von dem alle Bürger betroffen sind, fragen wir uns, ob es eine andere Sprache oder ein anderes Handeln als Krieg, Waffen, Gewalt, Hass und Rache geben kann. Wir brauchen unbedingt eine Lösung.”

Das können Sie tun:

17.Apr 2013 14:13 · aktualisiert: 17.Apr 2013 14:14
KIN / S. Stein