„Ein ökumenischer Wendepunkt”

Bischof aus Ägypten über den Besuch des koptischen Papstes in Rom

Bischof Kyrillos William, Stellvertreter des Oberhaupts der koptisch-katholischen Kirche.

Bischof Kyrillos William, koptisch-katholischer Bischof von Assiut.

Von einem Wendepunkt in den ökumenischen Beziehungen zwischen koptisch-orthodoxer und katholischer Kirche hat der koptisch-katholische Bischof von Assiut, Kyrillos William Samaan, gesprochen.

Nach einem Treffen des koptisch-orthodoxen Papstes Tawadros II. mit Papst Franziskus am 10. Mai in Rom erklärte Bischof Kyrillos jetzt gegenüber KIRCHE IN NOT: „Papst Tawadros hat von Anfang an gezeigt, dass er sich den anderen Kirchen annähern möchte. Tawadros ist ganz anders zur Ökumene eingestellt als sein Vorgänger, Papst Schenuda III.“

Zwar habe Schenuda bereits 1973 vor gehabt, Papst Paul VI. in Rom zu besuchen. Dann habe aber doch die Angst überwogen, dass die Ökumene die koptisch-orthodoxen Gläubigen verwirren würde und sie keinen Wert mehr auf ihre konfessionelle Zugehörigkeit legen würden. „Schenuda wollte deshalb nichts mit der katholischen Kirche in Alexandrien zu tun haben“, sagte Bischof Kyrillos.

Konkret hofft er, dass sich Papst Tawadros in der Frage der Anerkennung der katholischen Taufe durch die koptisch-orthodoxe Kirche auf die katholische Kirche zubewegt. Schenuda hatte die Wiedertaufe verlangt, wenn ein katholisch Getaufter zum orthodoxen Glauben konvertieren wollte.

Kommunion in einem koptischen Gottesdienst.

Kommunion in einem koptischen Gottesdienst.

Die Tatsache, dass bestimmte Probleme beiden Kirchen gemeinsam sind, habe die ökumenische Annäherung in den letzten Jahren vorangetrieben, erläutert Kyrillos. „Als die Revolution vor zwei Jahren ausbrach, ist es zu spontanen Konsultationen zwischen uns Katholiken und den Orthodoxen gekommen. Wir wollten mit einer Stimme sprechen.“

In den Augen von Bischof Kyrillos ist der Primat, also die vorrangige Stellung des Bischofs von Rom gegenüber den übrigen Bischöfen, unter bestimmten Voraussetzungen mit den gegenseitigen Ökumenebemühungen vereinbar. „Das Maß für den Primat des Papstes ist der status quo, der im ersten Jahrtausend anerkannte Praxis in Ost und West war, als noch die Kircheneinheit bestand.“

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Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib von Alexandria / Ägypten für KIRCHE IN NOT)

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23.Mai 2013 16:42 · aktualisiert: 4.Feb 2014 16:39
KIN / S. Stein