Den Durst nach Wahrheit stillen

Durch Stipendien von KIRCHE IN NOT können Priester gut ausgebildet werden

Ehemaliger Stipendiat: Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche.

Ehemaliger Stipendiat: Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche.

Der heilige Pfarrer von Ars, Jean-Marie Vianney, hatte große Probleme bei seinem Studium. Mit 17 Jahren konnte er kaum lesen und schreiben; ohne die Hilfe vieler Freunde beim Lernen und Studieren hätte er nicht den Dienst am Altar aufnehmen können. Heute ist er der Patron der Priester.

Er hatte, was die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils den „Durst nach Wahrheit im Herzen” nannten. Es war der Durst, der ihn antrieb, allen Menschen „diese enge Freundschaft mit dem göttlichen Meister” aufzuzeigen und ihre Herzen „für die barmherzige Liebe des Herrn zu öffnen” (Papst em. Benedikt XVI.).

Viele Ortskirchen spüren diesen Durst und haben auch junge Männer mit einer Berufung, aber keine Mittel, sie studieren zu lassen. Die Bischöfe bitten uns daher um Hilfe: Sie brauchen gut ausgebildete Priester, um den Durst nach Wahrheit in den Diözesen zu stillen. Ihre Stipendien ebnen den Weg. Die meisten Stipendiaten beenden ihr Studium mit Bestnoten.

Pater Salvador Augualada war bis 2011 an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und wirkt heute in seiner philippinischen Heimat als Professor am „Institut für geweihtes Leben in Asien”. Mehr als 180 Studenten führt er in die Theologie ein. Er schrieb ein Buch über den heiligen Pedro Calungsod, den zweiten Heiligen auf den Philippinen. „Ich kam zurück mit einem sehr viel tieferen Verständnis von der universalen Mission der Kirche”, schreibt er in seinem Dankbrief an KIRCHE IN NOT.

Pater Werenfried van Straaten mit Seminaristen in Rom.

Pater Werenfried van Straaten mit Seminaristen in Rom.

Ähnlich erlebt es Pater Lewis Mutachila aus der Diözese Ndola in Sambia. Er studierte dank Eurer Hilfe am Camillianum in Rom, dem „Internationalen Institut für Gesundheitspastoral”. Heute hat er einen anderen, barmherzigeren Blick auf kranke und behinderte Menschen. Er unterrichtet das Betreuungspersonal und die Geistlichen in Krankenhäusern und Gemeinden über biblische und moralische Aspekte vom Beginn des Lebens bis zum Ende, über Geburt und Altwerden, über Tod und Hoffnung. Aufgrund seines Studiums konnte er ein Programm zur pastoralen Arbeit mit Aidskranken ausarbeiten.

Pater Lewis lebt für seine Aufgabe; viele überleben dank seines Einsatzes. Die Stipendiaten kennen die Herausforderungen in ihren Ländern. Pater Promildon Lobo aus Indien sagt: „Wir brauchen gut ausgebildete Priester, um in unseren Seminaren zu lehren.” Pater Williams aus Ehiti in Nigeria sieht die unterschiedlichen Kulturen als Problem. Deshalb behandelt seine Abschlussarbeit auch den Multikulturalismus als Chance, „damit wir lernen, friedlich zusammenzuleben”.

Pater Williams aber weiß, wie alle 400 Priester und Schwestern aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, die dank Eurer Großzügigkeit ein Stipendium erhalten und in Rom oder anderswo in Westeuropa studieren können, dass sie „nicht für sich studieren, sondern für die Kirche und die Menschen” und dass unsere Wohltäter „hinterm Haus keine Bäume stehen haben, auf denen Geldscheine wachsen”, ja, dass sie selber Verzicht üben, um den Stipendiaten zu helfen – damit diese als Diener der Kirche in den Menschen den Durst nach Wahrheit stillen.

26.Jun 2013 09:03 · aktualisiert: 26.Jun 2013 12:58
KIN / S. Stein