Mutige Christen in Nigeria

Bischof fordert mehr Einsatz für Zukunftsperspektiven der Jugend

Oliver Dashe Doeme, Bischof von Maiduguri (NIgeria).

Oliver Dashe Doeme, Bischof von Maiduguri (NIgeria).

Trotz der permanenten Bedrohung durch terroristische Akte der islamistisch-terroristischen Gruppierung „Boko Haram“ sind die Gläubigen in der nordnigerianischen Diözese Maiduguri „sehr mutig und haben keine Angst“. Das erklärte der Bischof von Maiduguri, Oliver Dashe Doeme, in einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Seine Diözese sei zwar schwer von den Übergriffen auf Christen betroffen, dennoch legten die Gläubigen „sehr mutig ein öffentliches Glaubenszeugnis ab“. Selbst kurz nach Terroranschlägen auf Kirchen kämen die Menschen weiterhin „in großer Zahl“ zu den Gottesdiensten.

Auch die Treue seiner Priester sei für ihn „eine große Ermutigung“, sagte der Bischof. „Trotz der ständigen Lebensgefahr und der Bedrohung bleiben unsere Priester in ihren Pfarreien und setzen ihren Dienst fort“, erklärte er. Ebenso sei auch die Zahl der Berufungen erfreulich. Im Priesterseminar von Maiduguri gebe es zurzeit 30 Seminaristen. Erst kürzlich habe es in seiner Diözese acht Priesterweihen gegeben.

„Boko Haram“ bezeichnete der Bischof als „Produkt der Korruption“. Um den Frieden herzustellen, sei es daher notwendig, die im Land herrschende Korruption zu bekämpfen und der Jugend Zukunftsperspektiven zu schaffen. Bestimmte Gruppierungen manipulierten seiner Ansicht nach die perspektivlose Jugend.

Sie hoffen auf eine friedliche Zukunft: Kinder in Nigeria.

Sie hoffen auf eine friedliche Zukunft: Kinder in Nigeria.

Jugendliche, die einen Platz in der Gesellschaft haben, seien dagegen nicht so leicht für fremde Ziele zu missbrauchen seien. „Wenn ihnen jemand sagt: ‚Geh und töte‘, werden es Jugendliche, die einen Platz in der Gesellschaft haben, nicht tun“, sagte der Bischof wörtlich.

Er wies darauf hin, dass Nigeria ein ressourcenreiches Land sei. Die Korruption und die Konzentration der Wirtschaft auf die Ölgewinnung seien ein großer Nachteil für das westafrikanische Land, während andere Wirtschaftszweige, vor allem die Landwirtschaft, nicht gefördert würden. Hier gebe es großen Handlungsbedarf.

Große Herausforderungen für die Kirche in Nordnigeria bestehen Bischof Doeme zufolge im Wiederaufbau von Kirchen und kirchlichen Gebäuden nach Terroranschlägen sowie in der seelsorglichen Betreuung von Witwen und Waisen.

So können Sie den verfolgten Christen helfen

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8.Aug 2013 09:10 · aktualisiert: 10.Jun 2014 11:20
KIN / S. Stein