„Der Glaube ist nicht nur ein Fest”

Ausstellung von KIRCHE IN NOT beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro

Ein Jugendlicher informiert sich über die Arbeit von KIRCHE IN NOT.

Ein Jugendlicher informiert sich über die Arbeit von KIRCHE IN NOT.

„Kommen Sie herein … es braucht kaum 15 Minuten.“ Dieser Einladung auf einer zwei Meter hohen Leinwand folgten etwa 15 000 junge Menschen, die zu einer Ausstellung von KIRCHE IN NOT auf dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro wollten.

Die Ausstellung bestand aus sechs Zelten, in denen kurze Videofilme über die Missionsarbeit der Kirche vorgeführt wurden. Nach ihrem Rundgang durch die Zelte kamen die Besucher zum allerheiligsten Sakrament, das in einer Monstranz in einer Kapelle mit durchsichtigem Dach aufgestellt war. Viele Besucher knieten sich davor oder setzten sie sich auf den Boden, um zu beten oder zu meditieren.

Nach der Kapelle kamen die Besucher in den Internationalen Pavillon. Dort waren die Stände verschiedener nationaler Büros von KIRCHE IN NOT aus der ganzen Welt aufgestellt, aber auch die einiger Orden und kirchlicher Bewegungen von Missionaren.

Ein internationales Mitarbeiterteam von KIRCHE IN NOT und weitere 40 Freiwillige kümmerten sich um die Besucherinnen und Besucher, die nach Largo da Carioca kamen, dem zentralen Standort der Ausstellung. Auch viele Berufstätige besuchten in ihrer Mittagspause die Schau.

Jugendliche schauen sich einen der Videofilme an, die  bei der Ausstellung gezeigt wurden.

Jugendliche schauen sich einen der Videofilme an, die bei der Ausstellung gezeigt wurden.

„Die Ausstellung hat mir geholfen, darüber nachzudenken, was ich tun kann, um der Kirche, um den Menschen zu helfen“, sagte Malgorzata Szwed, eine junge Polin, die als freiwillige Betreuerin in der Ausstellung mitarbeitete. „Die Arbeit, bei den Menschen das Bewusstsein über die verschiedenen Möglichkeiten der Hilfe auf der ganzen Welt zu schärfen, ist sehr wichtig.”

Pater Evaristo Debiasi, geistlicher Assistent des brasilianischen Büros von KIRCHE IN NOT, äußerte sich zufrieden über die Zahl der Ausstellungsbesucher. „Am meisten hat mich beeindruckt, dass weder der Regen noch die Kälte oder die Widrigkeiten den Erfolg der Ausstellung oder das Interesse der Jugendlichen mindern konnten.

Die Jugend sucht wirklich nach etwas sehr Tiefem. Sie merken, dass allein Christus ihnen im Innersten ihres Herzens die Antwort auf ihren Lebenstraum liefern kann: die Liebe und das Glück. Ich hätte mir kaum vorstellen können, dass mit ihren kurzen Videofilmen die Ausstellung von KIRCHE IN NOT so sehr das Herz von Tausenden Menschen berühren würde.“

Jugendliche beim Gebet vor dem allerheiligsten Sakrament.

Jugendliche beim Gebet vor dem allerheiligsten Sakrament.

Die meisten Besucher waren Brasilianer zwischen 19 und 25 Jahren, die mit ihren Gruppen am Weltjugendtag teilnahmen. Unter ihnen war auch Bruno Pires (23) . Er wuchs in einer katholischen Familie auf, entfernte sich aber später vom Glauben. Er fand zurück zur Kirche, als er sich, so sagte er, für „ein Stück Müll“ hielt, „das nicht würdig war, weiterzuleben“.

Mit dem Verkauf von Kuchen und Pizza verdiente er sich das Geld für die Reise: „Ich kannte KIRCHE IN NOT vorher nicht, aber Sie zeigen, wo die Kirche ist und was sie leistet. Die Ausstellung weckt im jungen Menschen den Wunsch mitzuarbeiten. Vielleicht nicht in einer weit entfernten Missionsstation, wohl aber im eigenen täglichen Leben.“

Gottesdienst in einem Zelt mit durchsichtigem Dach.

Gottesdienst in einem Zelt mit durchsichtigem Dach.

Ausländische Gäste kamen insbesondere aus Argentinien, Chile, Uruguay und Mexiko. Letztere zeigten sich über die Projektion der Muttergottes von Guadalupe besonders bewegt.

Einer der internationalen Besucher war auch der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn. „Ich bin sehr froh, die Wohltäter von KIRCHE IN NOT zu grüßen. Ich bin in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren. Unser Land hat von Pater Werenfried sehr viel Hilfe empfangen, wie viele andere Länder aus Osteuropa während der kommunistischen Zeit auch.

Diese Arbeit hat sich nun auf die ganze Welt ausgeweitet. Die Unterstützung durch so viele Spenden in allen Ländern, auch hier in Brasilien, ist eine große Hilfe für die vielen Nöte der Kirche. Ich möchte mich sehr herzlich bei allen Wohltätern von KIRCHE IN NOT bedanken: ‚Muito obrigado!’“

Um das Charisma des Hilfswerkes nicht aus den Augen zu verlieren, zeigte die Ausstellung, was die Kirche tut. Sie verdeutlichte auch, dass noch viel zu tun ist. „Wir denken, dass es sehr wichtig ist, dass die Jugendlichen feststellen, dass der Glaube nicht nur ein Fest ist. Wir müssen etwas tun, damit die Welt um uns herum besser wird. Und dies hängt von jedem Einzelnen ab“, stellte José Corrêa, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Brasilien, fest.

Der nächste Weltjugendtag findet 2016 in der polnischen Stadt Krakau statt.

KIN / S. Stein