„Religiöse Intoleranz ist alarmierend!”

Bei einem Anschlag auf eine Kirche in Pakistan sterben über 80 Menschen

Sebastian Francis Shah, Apostolischer Administrator und Weihbischof im Erzbistum Lahore.

Sebastian Francis Shah, Apostolischer Administrator und Weihbischof im Erzbistum Lahore.

Nach dem Terroranschlag auf eine anglikanische Kirche im Norden Pakistans mit über 80 Toten sind die katholischen Bischöfe des Landes alarmiert über das Ausmaß religiöser Intoleranz. Zwei Selbstmordattentäter hatten sich am Sonntagmorgen nach dem Gottesdienst vor der Kirche mitten unter etwa 600 Gläubigen in die Luft gesprengt.

Nur wenige Stunden nach der Tat verurteilten die katholischen Bischöfe Pakistans den Anschlag in einer gemeinsamen Erklärung als eine „beschämende und feige Tat”. Der Angriff zeige das „Ausmaß der alarmierenden religiösen und sektiererischen Intoleranz” im Lande.

„Wir sind alle unglaublich traurig”, sagte der Apostolische Administrator der Erzdiözese Lahore, Weihbischof Sebastian Shah, im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. „Das gilt nicht nur für uns Christen, sondern das ganze pakistanische Volk.”

Pakistans Premierminister Nawaz Sharif erklärte nach dem Attentat: „Terroristen haben keine Religion. Es ist gegen die Lehre des Islam, unschuldige Menschen anzugreifen.” Die Regierung hatte als Reaktion auf den Anschlag drei landesweite Tage der Trauer ausgerufen, an denen sich auch die katholische Kirche beteiligt.

Wachposten vor der Kathedrale in Lahore.

Wachposten vor der Kathedrale in Lahore.

Wegen der hohen Zahl der Verwundeten wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch auf über 100 ansteigen könne. Die Bischöfe forderten die pakistanische Regierung in ihrer Erklärung dazu auf, die Hintermänner der Anschläge umgehend zu ermitteln und zu verhaften.

Die Gebetsstätten aller Minderheiten müssten darüber hinaus in Zukunft besser geschützt werden. Nach dem Anschlag hatte die örtliche Bevölkerung gegen die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen rund um die betroffene Kirche demonstriert.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Kirche in Pakistan und bittet dafür um Spenden.

 

Buchtipp: Pakistan — Christen im Land der Taliban

Pakistan - Christen im Land der Taliban. Buch von Eva-Maria Kolmann.

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Unter dem Titel „Pakistan – Christen im Land der Taliban” geben wir unentgeltlich ein Buch über die Lage der Christen in der Islamischen Republik Pakistan heraus.

Die Autorin Eva-Maria Kolmann berichtet darin tagebuchartig über ihre Erlebnisse während einer Projektreise von Mitarbeitern des Hilfswerks nach Pakistan im November 2011. Ein Hauptaugenmerk legt sie in dem reich bebilderten 128-seitigen Buch auf das Schicksal der pakistanischen Frauen, die ihrer Beobachtung nach in dem islamisch geprägten Land oft als „Menschen zweiter Klasse” behandelt werden.

Ebenso zur Sprache kommt die zunehmend schwierige Situation aller Christen im Alltag, seitdem die Politik Pakistans immer mehr von radikalen islamistischen Gruppen beeinflusst wird.

Das Buch „Pakistan – Christen im Land der Taliban” kann online in unserem Bestelldienst oder unter nachstehender Adresse unentgeltlich bestellt werden:

KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888-0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

24.Sep 2013 11:56 · aktualisiert: 18.Feb 2014 20:31
KIN / S. Stein