Fatima und KIRCHE IN NOT

Pater Werenfried hat unser Hilfswerk 1967 der Gottesmutter von Fatima anvertraut

Muttergottes-Statue in Fatima.

Muttergottes-Statue in Fatima.

KIRCHE IN NOT sieht sich ganz der Botschaft von Fatima verbunden. Dies hat der Gründer Pater Werenfried van Straaten besonders dadurch zum Ausdruck gebracht, dass er das Hilfswerk im Jahr 1967 der Gottesmutter von Fatima anvertraut hat.

Damals erklärte der Bischof von Leiria-Fátima, João Pereira Venâncio: „Die Ostpriesterhilfe hat ihren Platz im Herzen der Fatima-Botschaft.“

Pater Werenfried lud im Spätsommer 1967 Mitarbeiter und Wohltäter zu einer Pilgerfahrt an den portugiesischen Marienwallfahrtsort ein und sprach dort am 14. September – dem Fest Kreuzerhöhung und dem „Tag der verfolgten Kirche“ — ein Gebet für das Hilfswerk.

Später führte der Gründer aus, was ihn dazu veranlasst hatte: „In Fatima hat Maria uns gewarnt, dass ganze Völker vernichtet werden, wenn wir uns nicht bekehren. Wir wissen nicht, welche Völker auf diese Weise vom Untergang bedroht sind, aber wir wissen, dass Maria den Kopf der Schlange zertreten hat.

Darum haben wir unser ganzes Werk der Lieben Frau von Fatima anvertraut, die uns den Weg gezeigt hat, der zum Sieg über den Kommunismus und zur Befreiung der verfolgten Kirche führt. Sie hat nicht von Anpassung an die Welt gesprochen, sondern von Bekehrung, Buße und vom Rosenkranzgebet. Verwerft ihre Botschaft nicht!“

Pater Werenfried van Straaten in Fatima.

Pater Werenfried van Straaten in Fatima.

Fatima ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der katholischen Kirche. An dem portugiesischen Ort erschien die Gottesmutter drei Hirtenkindern sechs Mal. Am 13. Oktober 1917, am letzten Erscheinungstag, ereignete sich in Anwesenheit von mehreren Zehntausend Zuschauern das sogenannte Sonnenwunder. Durch dieses Ereignis, das wissenschaftlich belegt ist, wurden die Erscheinungen der Gottesmutter schnell weltweit bekannt. 1930 erhielt Fatima die kirchliche Anerkennung.

Bereits im Jahr 1942 hat Pater Werenfried als junger Priester der Prämonstratenser-Abtei Tongerlo in Belgien von der Fatima-Botschaft erfahren. Dem Ordensmann wurde deren weitreichende Bedeutung schon sehr bald klar. Mariens Aufruf „Helft mir, meine Kinder zu retten!“ wurde zu einem persönlichen Motto für den Prämonstratenser und seine Arbeit.

Geburtshaus von Lucia, einem der Seherkinder von Fatima.

Geburtshaus von Lucia, einem der Seherkinder von Fatima.

Klaus Wundlechner, ehemaliger Geschäftsführer der deutschen Sektion von KIRCHE IN NOT, merkt zu der Hilfswerks-Verbindung zu Fatima an: „Pater Werenfried hat Fatima stets als das ‚Leitmotiv seines Lebens’ betrachtet, das sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit im Dienst der Kirche zog. Durch die Missachtung der Fatima-Botschaft brach der Zweite Weltkrieg aus, der mit einem Sieg des Kommunismus endete, dem sich ein Drittel der Menschheit unterwerfen musste. Das zog eine in diesem Ausmaß nie gekannte Christenverfolgung nach sich.“

Besonders hob der Werkgründer die Bedeutung Fatimas zu jenen Zeiten hervor, wenn die politische Situation in der Welt einen neuen Höhepunkt erreicht hatte. Es war Pater Werenfried ein besonderes Anliegen, auch für die Kommunisten zu beten. Vor allem galt sein Augenmerk der Bekehrung Russlands.

„Einmal wurde das jüdische Volk von mächtigen Feinden bedroht. Tagtäglich trat der Riese Goliath vor die Front und forderte das Volk Gottes hämisch und spöttisch heraus. Die Angst schlich durch die jüdischen Reihen. Niemand wagte es, dem Gewaltmenschen entgegenzutreten. Bis der kleine Hirtenknabe David mit fünf Steinen und einer Schleuder dem schwer gepanzerten Riesen entgegenging. Er vertraute nicht auf sich selbst, sondern auf die Hilfe des Allmächtigen.

Wir kennen den Ausgang des Zweikampfes. Wer mit Gott kämpft, braucht niemand und nichts zu fürchten. Was David einst mit fünf Steinen und einer Schleuder erreichte, werden wir nach dem Wort der Gottesmutter jetzt mit Rosenkranz, Buße und Bekehrung erreichen“, schrieb Pater Werenfried in seinem Buch „Sie nennen mich Speckpater“.

Platz vor der Kathedrale in Fatima.

Platz vor der Kathedrale in Fatima.

Die Geistlichen Richtlinien von Pater Werenfried für die Leiter, Mitarbeiter und Wohltäter von KIRCHE IN NOT drücken die Verbundenheit des Hilfswerkes mit Fatima aus. So heißt es im Punkt 46: „Wie die Fatimabotschaft steht auch unser Werk im Zusammenhang mit dem historischen Ereignis und den Nachwirkungen der kommunistischen Oktoberrevolution (1917), die in ihrem tiefsten Wesen und in ihren Nachwirkungen ein Totalaufstand gegen Gott war.

Deswegen ist unser Werk eng mit Fátima verbunden. In Fatima zeigte Maria das Heilmittel gegen diesen Aufstand. Ihre Botschaft fand wenig Glauben. Somit brach der Zweite Weltkrieg aus. Dieser endete mit einem Sieg des Kommunismus, der sich ein Drittel der Menschheit unterwarf. Millionen von Flüchtlingen, ein Eiserner Vorhang quer durch Europa und eine unerhörte Christenverfolgung waren die Folgen. Als Antwort darauf ist 1947 unser Werk entstanden.“

Pater Werenfried hat im Jahr 1987 erneut das Hilfswerk der Gottesmutter im Gebet hingehalten, im Wiener Stephansdom, in der Pariser Kathedrale Notre-Dame und auf dem italienischen Monte Cassino. Zwei Jahre später begann die Festung des sowjetischen Imperiums zu zerfallen. Ein ausgesprochen wichtiges Anliegen war es daraufhin Pater Werenfried, den Glauben in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu retten.

Das portugiesische Büro von KIRCHE IN NOT hatte Freunde und Wohltäter zu einer Wallfahrt nach Fatima eingeladen.

Das portugiesische Büro von KIRCHE IN NOT hatte 2013 Freunde und Wohltäter zu einer Wallfahrt nach Fatima eingeladen.

Am 13. Oktober 1991 hatte er die Gelegenheit, über das russische Staatsfernsehen etwa vierzig Millionen Menschen das Wunder von Fatima vor Augen zu führen. Maria sei es damals gewesen, die den Weg zur Rettung und Bekehrung Russlands aufgezeigt habe. Dies sei vor allem durch das Rosenkranzgebet möglich gewesen. KIRCHE IN NOT startete eine groß angelegte Rosenkranzaktion für Russland.

Im Oktober 1992 reiste Pater Werenfried zusammen mit einigen Mitarbeitern nach Moskau, Nowgorod und Sankt Petersburg, um die Rosenkranzaktion von KIRCHE IN NOT in Umlauf zu setzen. „Am 13. Oktober, Fatimatag, haben wir auf dem Roten Platz in Moskau in beißender Kälte, während der Wachablösung vor dem Leninmausoleum, den Rosenkranz gebetet für die Bekehrung des materialistischen Westens, für den Sieg Christi in Russland und für die Versöhnung zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche“, berichtete Pater Werenfried von dieser Reise.

Anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens von KIRCHE IN NOT fand im Jahr 1997 eine Pilgerfahrt von Pater Werenfried, Mitarbeitern und Wohltätern nach Fatima statt, um Gott für seinen unermesslichen Segen zu danken, den er so vielen Menschen in diesem halben Jahrhundert geschenkt hat. Bereits zwei Jahre zuvor wurde am 13. Oktober ein portugiesisches Nationalsekretariat eröffnet, ganz bewusst an einem Fatimatag. 2001 kam eine Filiale in Fatima hinzu.

Blick auf die Basilika in Fatima.

Blick auf die Basilika und die Herz-Jesu-Statue in Fatima.

Auch hier wurde für die Einweihung durch den brasilianischen Kardinal Aloísio Lorscheider ein Fatimatag gewählt, der 13. Mai. Die Räume befinden sich im Pilgerhaus „Regina Pacis“, unweit der Wallfahrtsbasilika. Im Juni 2007 befahlen sich Wohltäter aus Deutschland und das Hilfswerk während ihrer Pilgerfahrt nach Rom aus Anlass des sechzigjährigen Jubiläums von KIRCHE IN NOT in Santa Maria von Trastevere der Gottesmutter an.

Mitte September 2007 waren hochrangige Vertreter von KIRCHE IN NOT auf einer Tagung in Castel Gandolfo. Am 16. September 2007 bestand die Möglichkeit, dem Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., die Fatimastatue zu überreichen, die das Hilfswerk auf der Wallfahrt 1967 mitgeführt hatte. Der Papst gab diese Statue an eine kleine Delegation zurück und sagte: „Ich schenke Euch diese Fatimastatue für Eure Zentrale.“

Das Hilfswerk und seine Mitarbeiter mögen sich von der Güte der Gottesmutter anstrahlen lassen und von ihrer zärtlichen Zuwendung an ihren Sohn Jesus lernen, „so dass Sie die Schwere des Lebens in Geduld und Freude im Alltag meistern.“

Bis heute ist das Hilfswerk mit dem Wallfahrtsort Fatima verbunden. Unser portugiesisches Büro wiederholte mit vielen Pilgern am 14. September 2013 in Fatima dieses Gebet, genau 46 Jahre nach Pater Werenfried.

Auszug aus dem Gebet vom 14. September 1967 in Fatima

Heilige Maria, Mutter Gottes, sieh auf Deine Kinder, die sich flehend an Dich wenden. Du, die Du immer ja zu Gott gesagt hast, bist gebenedeit unter den Frauen. Bilde unser Herz nach dem Deinen in der Fröhlichkeit Deines Geistes. Dir, Mutter der Schmerzen und makellose Jungfrau, weihen wir unser Leben und das ganze Werk, das uns gegeben wurde zur Verwirklichung im Dienste der verfolgten und bedrohten Kirche. Beschütze uns und alle, die uns lieb sind. Beschütze alle, die uns von Gott anvertraut wurden. Schenke uns Deinen Glauben, Deine Hoffnung, Deine Liebe. Nimm uns unter Deinen Schutz wie eine Mutter und bleib immer mit uns. Amen.

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11.Okt 2013 18:04 · aktualisiert: 15.Okt 2013 11:12
KIN / S. Stein