„Kein Glaubenskampf in Zentralafrika”

Erzbischof von Bangui setzt sich für interreligiösen Frieden ein

Dieudonné Nzapalainga, Erzbischof von Bangui.

Dieudonné Nzapalainga, Erzbischof von Bangui.

„Die aktuellen Ausschreitungen in der Zentralafrikanischen Republik haben politische und wirtschaftliche Gründe.“ Das hat der katholische Erzbischof Nzapalainga von Bangui gegenüber Kirche in Not klargestellt.

Es gehe den verfeindeten Milizen darum, die politische Macht an sich zu reißen und sich Bodenschätze zu sichern. Bedauerlicherweise habe der Machtkampf in den Medien einen religiösen Anstrich bekommen.

So entstehe der Eindruck, dass es sich bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Zentralafrikanischen Republik um einen Glaubenskampf zwischen Christen und Muslimen handle.

Gemeinsam mit zwei anderen Geistlichen in der Hauptstadt Bangui führt der Erzbischof indes vor Augen, dass sich Hass und Gewalt nicht auf die Religion berufen können. So haben er, der protestantische Pastor Nicolas Guerekoyame und der muslimische Imam Kobine Layama Anfang Januar eine interreligiöse Friedensgruppe ins Leben gerufen. Sie vermitteln zwischen den Parteien, um zu verhindern, dass sich die gewaltsamen Auseinandersetzungen zu einem Bürgerkrieg auswachsen.

Arbeiten eng zusammen: Imam Kobine Layama und Erzbischof Dieudonné Nzapalainga.

Arbeiten eng zusammen: Imam Kobine Layama und Erzbischof Dieudonné Nzapalainga.

Als Anfang Dezember vergangenen Jahres die Gewalt in Bangui eskalierte und innerhalb von drei Tagen 500 Menschen starben, brachte Erzbischof Nzapalainga den Imam Layama in Sicherheit. Dieser hatte sich durch seine Friedensapelle an die radikal-islamische Rebellengruppe „Seleka“ in Lebensgefahr gebracht.

Bereits einige Monate zuvor hatte er von einem Seleka-General einen Drohanruf erhalten. Dieser warnte den muslimischen Geistlichen: „Hör auf, dich auf die Seite der Christen zu schlagen und uns zu kritisieren. Sonst musst Du die Folgen tragen.“

Auch der katholische Priester Dieudonné setzt sich für Frieden in der Zentralafrikanischen Republik ein. In seiner Pfarrei, die 350 km östlich von Bangui liegt, hat er bereits zwei Versöhnungstage für Christen und Muslime veranstaltet. Am Schwarzen Brett der Pfarrei hing er ein Plakat aus, auf dem das Motto zu lesen ist: „Christen und Muslime: ein Land, ein Blut“.

Kirche in Not bittet um Spenden für die Arbeit der Kirche in der Zentralafrikanischen Republik. Spenden sind online möglich oder an:
KIRCHE IN NOT
Kontonummer: 215 20 02
BLZ: 750 903 00
LIGA Bank München

IBAN: DE63750903000002152002
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Zentralafrika

KIN / S. Stein