Kirche als Operationssaal

Weihbischof aus Kiew über die chaotischen Zustände in der Hauptstadt

Ein orthodoxer Priester beim Gebet im Kapellenzelt auf dem Maidanplatz.

Ein orthodoxer Priester beim Gebet

Die Lage auf dem Maidanplatz in Kiew hat in diesen Tagen einen traurigen Höhepunkt erreicht. Bei Gefechten, bei denen zum Teil gezielt auf Demonstranten geschossen wurde, sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen.

Die von den Behörden und Medien gemeldeten Opferzahlen variieren stark. Auch in anderen Städten der Ukraine ist es zu Kämpfen zwischen Demonstranten und der Staatsgewalt gekommen.

Weihbischof Stanislaw Szyrokoradyuk aus Kiew ist vor Ort auf dem Maidanplatz, um den Menschen in diesen chaotischen Umständen zur Seite zu stehen. Er berichtete in einem Telefonat, dass die beiden Kapellenzelte auf dem Platz niedergebrannt seien. Sie seien jedoch kein gezielter Angriff gewesen, sondern gingen im Zuge der allgemeinen Kampfhandlungen in Flammen auf, sagte er.

Eine Statue der Muttergottes von Fatima wurde wenige Minuten vor Ausbruch des Feuers auf die Bühne getragen, die sich auf dem Platz befindet. Die Statue steht unversehrt dort immer noch als „ein Zeichen der Hoffnung”. Jeden Tag um 15 Uhr gibt es ein Rosenkranzgebet.

Erfreulich äußerte sich der Bischof über die große Solidarität unter den Menschen. Alles werde geteilt: Essen, Decken, Kleidung. Sie trösteten sich gegenseitig; dabei werde kein Unterschied gemacht, welcher Konfession man angehört. Die Menschen spendeten Blut und versuchten in jeder denkbaren Weise zu helfen, so der Weihbischof weiter.

Die Kathedrale St. Alexander ist in der Zwischenzeit zu einem Operationssaal umfunktioniert worden. „Sie ist Kirche, Krankenhaus und Operationssaal in einem”, berichtet der Bischof.

Er bittet weiterhin um das Gebet und dankt zugleich für die Solidarität.

 So können Sie helfen:

21.Feb 2014 12:06 · aktualisiert: 21.Feb 2014 12:10
KIN / S. Stein