Einsatz im Urwald

Zwei Beispiele von Missionaren, die in Brasilien mit Booten unterwegs sind

Viele Orte in Brasilien erreicht man am besten mit dem Boot.

Viele Orte in Brasilien erreicht man am besten per Boot.

Die heilige Kirchenlehrerin und Patronin der Mission, die kleine Therese von Lisieux, gab den Rat: „Man muss das Gute säen, ohne sich darum zu sorgen, ob es aufgehen wird.” Das gilt sicher auch für die Mission. Zwei Beispiele aus Brasilien.

Im Nordwesten des riesigen Landes zählt man die Entfernungen in „Schiffstagen”. Zwei Schiffstage entfernt von Manaus, mit knapp zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt am Mittellauf des Amazonas, liegt die Pfarrei zur Unbefleckten Empfängnis in der Diözese „Sankt Gabriel von den Wasserfällen”. Diese ist etwa so groß wie ganz Italien.

Wasserfälle und Stromschnellen machen selbst Schiffswege zum Abenteuer. Manche Dörfer sind nur mit dem Flugzeug zu erreichen oder mit leichten Booten, die man auch tragen kann. Dorthin fuhr Pater Peter Shekelton zu Jugendmissionen.

Damals arbeitete er in den Armenvierteln von São Paulo. Als er erfuhr, dass viele Dörfer in der Diözese von den Wasserfällen seit mehr als zehn Jahren keinen Priester mehr gesehen hatten, und viele alte Menschen sehnsüchtig darauf warteten, „um in Ruhe zu sterben”, da bat er um die Versetzung in die Pfarrei zur Unbefleckten Empfängnis. Dort wirft er nun die Saat der Frohen Botschaft aus.

Blick auf den brasilianischen Urwald in der Nähe von Manaus.

Blick auf den brasilianischen Urwald in der Nähe von Manaus.

Aber die Saat der Liebe geht immer auf. So war es ja auch bei ihm selbst. Nach einer Predigt von Pater Werenfried in London hatte er beschlossen, Priester zu werden. Jetzt reist er zu Land und zu Wasser zu den unzähligen Gemeinden an den Flussufern.

Wie alle Priester in der bitterarmen Diözese hat er kein Gehalt und lebt von Mess-Stipendien. Dank Ihrer Hilfe konnte er ein neues Boot kaufen. Auch 30 Jugendliche aus der Pfarrei danken Ihnen herzlich, den sie konnten durch Ihre Unterstützung den Weltjugendtag in Rio de Janeiro besuchen.

Mit diesem Boot ist Pater Shekelton auf dem Rio Negro in Brasilien unterwegs.

Mit diesem Boot ist Pater Shekelton auf dem Rio Negro in Brasilien unterwegs.

Ein paar hundert Kilometer südwestlich, liegt die Pfarrei Santo Antonio de Lisboa, am Zusammenfluss des Rio Ica und des Rio Solimões. Dort betreuen Frei Gino Alberati, zwei andere Kapuzinermissionare und zwei Novizen die Gemeinden der Stadt Santo Antonio, begleiten eine Gruppe Anonymer Alkoholiker und bereiten die Gründung einer „Farm der Hoffnung” (Fazenda da Esperanca) für ehemalige Drogenabhängige vor.

Die Kapuziner gestalten auch Radioprogramme und Frei Gino betreut von dort aus rund drei Dutzend Gemeinden entlang der beiden Flüsse. Außerdem hilft er in der Kranken- und Gefängnisseelsorge, in der Kinder- und Jugendkatechese, erteilt Gesangsunterricht und leitet einen Chor.

Manaus, die größte Stadt am Mittellauf des Amazonas.

Manaus, die größte Stadt am Mittellauf des Amazonas.

Auf den Flussfahrten tuckert er maßvoll, um Benzin zu sparen. Nur in Notfällen gibt er Gas, zum Beispiel um das Leben eines Kindes zu retten, das von einer Schlange gebissen worden war, oder eines Mädchens, das einen Blinddarmdurchbruch hatte. Beide konnten dank des Missionsboots gerettet werden. Frei Gino braucht neue Solarpaneele für den Strombedarf auf dem Boot und ein Zuschuss beim „Dieselbudget” wäre auch willkommen.

Frei Gino und Pater Shekelton folgen dem Fluss im Sinn der kleinen Therese: „Jesus schaut nicht so sehr darauf, wie groß oder schwierig unsere Taten sind, als vielmehr auf die Liebe, mit der sie vollbracht werden.” Ganz gleich, wo das geschieht.

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4.Mrz 2014 09:18 · aktualisiert: 6.Mrz 2014 09:17
KIN / S. Stein