Entführte Nonnen wieder frei

Patriarch spricht von einem „Zeichen der Hoffnung in der Zeit der Krise“

Patriarch Gregor III. Laham, Oberhaupt der melkitisch-katholischen Kirche.

Patriarch Gregor III. Laham, Oberhaupt der melkitisch-katholischen Kirche.

Zwölf von Dschihadisten im Dezember in Syrien entführte Nonnen sind am Sonntag freigelassen worden.

Patriarch Gregor III., das Oberhaupt der melkitischen griechisch-katholischen Kirche, überbrachte diese Nachricht einer Delegation von KIRCHE IN NOT, die sich zurzeit im Libanon aufhält, um dort Hilfsprojekte für syrische Flüchtlinge zu besuchen.

Der Patriarch sagte, den Ordensfrauen aus Maalula sei „kein Schaden zugefügt worden“. Ihre Freilassung sei „ein Zeichen der Hoffnung in der Zeit der Krise“. „Ich denke, sie wurden nicht allzu schlecht behandelt, da dies nicht im Interesse der Entführer liegt“, so der Patriarch.

Nach Angaben des Oberhauptes der melkitischen Kirche sei die Freilassung der syrisch-orthodoxen Ordensfrauen infolge einer Intervention des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochia, Johannes X., sichergestellt und durch die Geheimdienste von Katar und dem Libanon vermittelt worden.

Patriarch Gregorios sagte: „Die Nonnen mussten 80 Kilometer von Yabrud, wo sie festgehalten wurden, bis zur Grenze zum Libanon reisen, und ich weiß nicht, wohin sie heute Abend gehen werden, obwohl zu erwarten ist, dass sie sich nun im Libanon niederlassen werden.“

In einem Flüchtlingslager für syrische Auswanderer im Libanon.

In einem Flüchtlingslager für syrische Auswanderer im Libanon.

Maalula wurde am 4. September von Extremisten, die auf der Seite der syrischen Opposition kämpfen, eingenommen. Die Stadt wurde von der El-Nursa-Front bis zum 7. September gehalten, wobei 12 Menschen getötet wurden, darunter drei Männer, die sich weigerten, sich von ihrem christlichen Glauben loszusagen.

Das Oberhaupt der melkitischen Kirche sagte: „Die Nonnen wurden vor etwa vier Monaten aus dem Kloster St. Thekla in Maalula entführt.“ Er habe kurz nach der Einnahme der Stadt mit der Mutter Oberin des Klosters gesprochen, die ihm versichert habe, die Ordensfrauen seien nicht zu Schaden gekommen. Später seien sie von den Extremisten verschleppt worden.

Kinder, die aus der mehrheitlich christlichen Stadt geflohen seien, würden nun in Damaskus von der Kirche erzogen. Patriarch Gregorios sagte: „Dank KIRCHE IN NOT konnten wir 5000 Kindern helfen: 1000 in Damaskus, 2000 in Dina und 2000 in Homs.“

KIRCHE IN NOT hat mehr als 2,6 Millionen Euro Hilfe geleistet, darunter Nothilfe für Familien, die innerhalb von Syrien oder ins Ausland geflohen sind.

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Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib, emeritierter Patriarch von Alexandrien/Ägypten für KIRCHE IN NOT)

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KIN / S. Stein