Priester in Homs gezielt getötet

KIRCHE IN NOT trauert um einen Projektpartner in Syrien

Frans van der Lugt SJ (1938-2014).

Frans van der Lugt SJ (1938-2014).

In der syrischen Stadt Homs ist am Montagmorgen ein niederländischer Jesuitenpater gezielt von Unbekannten erschossen worden. Der 75-jährige Jesuit Frans van der Lugt sei gerade im Garten gewesen, als Unbekannte ihn zuerst schlugen und anschließend mit zwei Kopfschüssen töteten.

Der Priester hatte mit rund zwanzig weiteren Gläubigen in der fast völlig zerstörten Altstadt von Homs ausgeharrt und versucht, die stark beschädigte Jesuitenkirche zu schützen. Pater Frans van der Lugt hat seit 1967 in Syrien gearbeitet.

Nach den Worten seines Mitbruders Pater Ziad Hilal ist es gegenwärtig nicht möglich, in die Altstadt von Homs zu gelangen, um den Leichnam des Priesters zu bergen. „Er war für alle, die in der Altstadt von Homs eingeschlossen sind, ein Hoffnungsschimmer“, so Pater Ziad über seinen Mitbruder.

Noch Ende März war Pater Ziad mit Mitarbeitern von KIRCHE IN NOT in Brüssel gewesen, um Vertreter der Europäischen Union über die Situation in und um Homs zu informieren. Er sprach damals via Skype mit Pater Frans, unter anderem über dessen bevorstehenden Geburtstag am 10. April, den sie hofften, gemeinsam feiern zu können.

Pater Frans van der Lugt SJ war die Stimme der Christen in Syrien (Foto: Bashar Khoury).

Pater Frans van der Lugt SJ war die Stimme der Christen in Syrien (Foto: Bashar Khoury).

Bei dieser Gelegenheit sagte Pater Ziad über seinen Mitbruder: „Für mich verkörpert er Christus in der Welt, der bereit ist, für seine Freunde zu sterben, der uns stets Hoffnung schenkt. Er fragt immer, wie es mir geht, und redet nicht viel über sein eigenes Befinden.“

Angesichts der Nachricht vom Tod des Jesuiten hat Pater Andrzej Halemba, Länderreferent von KIRCHE IN NOT für den Nahen Osten, zum Gebet für ein Ende der Kämpfe, für Frieden in der Region, den Verstorbenen und die bedrängten Christen aufgerufen.

Neun Millionen Menschen auf der Flucht

KIRCHE IN NOT unterstützt die vom Bürgerkrieg in Syrien betroffenen Menschen seit mehreren Jahren. Für Hilfsprogramme, die von Pater Ziad in Syrien koordiniert werden, wurden bisher mehr als 2,5 Millionen Euro aufgewendet. Weitere Projekte werden vorbereitet.

Die Gesamtzahl der vor dem Bürgerkrieg geflohenen Syrer wird gegenwärtig auf neun Millionen geschätzt: 6,5 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht, weitere 2,5 Millionen haben Syrien verlassen.

KIRCHE IN NOT bittet um Spenden für die Arbeit der Kirche in Syrien. Spenden Sie einfach und bequem online oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe Syrien

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Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib, emeritierter Patriarch von Alexandrien/Ägypten für KIRCHE IN NOT)

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8.Apr 2014 10:36 · aktualisiert: 11.Sep 2015 17:32
KIN / S. Stein