„Hoffnung für alle Ägypter”

Katholischer Bischof begrüßt die Wahl von al-Sisi zum Präsidenten

Bischof Adel Zaky, Apostolischer Vikar von Alexandria.

Bischof Adel Zaky, Apostolischer Vikar von Alexandria.

„Al-Sisi ist der richtige Mann zur richtigen Zeit. Uns Christen gibt sein Sieg Sicherheit und eine Perspektive für die Zukunft. Wir gehen besseren Zeiten entgegen.“

Mit diesen Worten hat Bischof Adel Zaky, Apostolischer Vikar von Alexandria und Oberhaupt der römisch-katholischen Christen in Ägypten, gegenüber KIRCHE IN NOT die Wahl von Abd al-Fattah al-Sisi begrüßt.

Mit mehr als 93 Prozent der Stimmen ist der ehemalige Oberbefehlshaber der ägyptischen Armee zum neuen Staatspräsidenten Ägyptens gewählt worden. Vor der Wahl war al-Sisi von allen militärischen Ämtern zurückgetreten.

„Seine Wahl berechtigt zu großen Hoffnungen für alle Ägypter, Muslime wie Christen“, so Bischof Zaky. Weiter betonte der Franziskaner, dass al-Sisi in seinen öffentlichen Äußerungen keinerlei Anzeichen für religiösen Fanatismus gezeigt und auch nicht zwischen Christen und Muslimen unterschieden habe.

„Er ist ein religiöser Mensch, aber er sieht Religion als Privatangelegenheit an. An erster Stelle steht für ihn das Vaterland. Das hat sich gezeigt, als er Ägypten vor dem Bürgerkrieg bewahrt hat, der im vergangenen Jahr drohte“, sagte der Bischof weiter. Im Juli 2013 stand General al-Sisi an der Spitze des Militärs, das den aus der Muslimbruderschaft stammenden Präsidenten Muhammad Mursi nach nur einem Jahr im Amt absetzte.

Direkte Nachbarschaft: Moschee und Kirche in Kairo.

Direkte Nachbarschaft: Moschee und Kirche in Kairo.

Westliche Kritik an diesem Vorgehen wies Bischof Zaky zurück. „Hätte General al-Sisi nicht an der Spitze des Militärs gestanden, hätte es einen Bürgerkrieg gegeben. Wir wären Zuständen wie im Irak entgegen gegangen. Wir als Volk hatten keine Möglichkeit, die Muslimbruderschaft zu bekämpfen. Das Militär ist erst eingeschritten, als das Volk es gerufen hatte. Von sich aus wurde die Armee nicht tätig.“

Der Westen verstehe das aber nicht, so der Bischof: „Ja, Mursi wurde gewählt. Aber die Menschen haben gesehen, dass das Land unter ihm dem Ruin entgegengeht. Das Volk hat ihm deshalb das Vertrauen entzogen, um Schlimmeres zu verhindern.“

„Ägypten braucht jetzt eine starke Hand”

Aus christlicher Sicht sei es jetzt entscheidend, dass der neue Präsident die nach dem Sturz Mursis überarbeitete und in einem Referendum angenommene Verfassung umsetzt. „Das ist ein sorgfältig ausgearbeiteter Text. Wird er angewandt, wird er allen Teilen der ägyptischen Gesellschaft gerecht, seien es Frauen, Arbeiter, Christen oder Muslime“, so Bischof Zaky.

Weiter sagte er: „Ägypten braucht jetzt eine starke Hand. Das Land versinkt seit drei Jahren im Chaos. Jemand muss die Gesetze wieder anwenden und darf dabei keine Unterschiede zwischen den Bürgern machen.“

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Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib von Alexandrien/Ägypten für KIRCHE IN NOT)

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3.Jun 2014 09:07 · aktualisiert: 23.Aug 2014 07:50
KIN / S. Stein