Sie sind da, wo Priester fehlen

Über die Arbeit von Ordensschwestern in abgelegenen Gegenden Lateinamerikas

Segnen, wo sonst keine segnenden Hände sind: Schwestern bringen Heil.

Segnen, wo sonst keine segnenden Hände sind: Schwestern bringen Heil.

In alten Übersetzungen der Apostelbriefe heißt es bei Jakobus (4,17): „Wer also weiß, Gutes zu tun, und es nicht tut, dem ist es Sünde.” In neueren Übersetzungen klingt es noch härter: „Wer also das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt.”

Die „Missionarinnen von Jesu Wort und Opfer” fragen nicht nach der genauen Exegese, sie tun einfach Gutes. Die besondere Aufgabe der Schwestern ist es, an den Orten für die Menschen da zu sein, an die kein Priester kommt.

Auf der Internetseite der Kongregation heißt es: „Wo die asphaltierten Straßen aufhören, da beginnt die Arbeit der ‚Missionarinnen von Jesu Wort und Opfer’.”

Mutter Araceli aus Argentinien beschreibt es so: „Wir glauben, dass wir alleine fahren, aber plötzlich erinnern wir uns und spüren: Wir sind nicht allein. Christus ist bei uns, und das ist so wunderbar! Wenn wir das Allerheiligste hierherbringen, für die Feier, dann können wir allen, die sich versammelt haben, sagen: ‚Es ist wie beim heiligen Paulus: Wenn die Straßen auch noch so schlecht sind, solange ich alles in und für Christus tue, geht er mit mir.’”

Unterwegs zu jenen, zu denen sonst keiner kommt: die Schwestern in den Anden.

Unterwegs zu jenen, zu denen sonst keiner kommt: die Schwestern in den Anden.

Diese Hingabe, die Selbstaufgabe der Mission macht sie glücklich. Ihr Mitgründer, Msgr. Federico Kaiser, damals Bischof der Prälatur Caravelí/Peru, sagte einmal zu einer Postulantin: „Ich biete euch kein leichtes und auch kein bequemes, dafür aber ein unglaublich glückliches Leben.”

Viele Priester bestätigen das, wenn sie ihnen die Sakramente spenden. Die Schwestern dieses Ordens päpstlichen Rechts sind trotz (oder wegen?) der Umstände glücklich. Er ist mittlerweile in sechs Ländern Lateinamerikas tätig.

Entstanden ist die Kongregation 1961 in Peru – aus der Not. Denn in unzugänglichen Gegenden Perus sowie in Nordargentinien oder im Norden Brasiliens herrscht großer Priestermangel. Dort kommt der Priester etwa einmal im Jahr in die abgelegenen Dörfer. Hier arbeiten die Schwestern.

Hochzeit in den Bergen: im Auftrag des Bischofs von einer Schwester geleitet.

Hochzeit in den Bergen: im Auftrag des Bischofs von einer Schwester geleitet.

Als ihre wichtigste Aufgabe sehen sie die moralische und religiöse Erziehung der Menschen, die Vorbereitung auf die Sakramente und die Begleitung von Familien. Sie lehren den Katechismus – wo die Pfarreien verwaist sind, treiben meist die Sekten ihr Unwesen –, sie unterrichten Kinder, besuchen die Kranken und kümmern sich um die Probleme der Familien.

Oft ermöglichen sie es, dass die Tochter der Familie eine Schule in der Stadt besuchen kann oder dass der Sohn ein Handwerk erlernt, mit dem er das Einkommen der meist bitterarmen Familien aufbessern kann.

Auch die Gesundheitsversorgung – vorbeugend oder heilend – zählt zu den Aufgaben der Schwestern. Liegt jemand im Sterben oder wird ein Kind geboren, sind die Schwestern zur Stelle, denn in Notfällen ist der Weg bis zum nächsten Krankenhaus einfach zu weit.

Die Schwestern der „Missionarinnen von Jesu Wort und Opfer” sind für alte und kranke Menschen da.

Die Schwestern der „Missionarinnen von Jesu Wort und Opfer” sind für alte und kranke Menschen da.

Sie tun Gutes und das bis zur Erschöpfung. Sie brauchen Räume der Erholung, des Gebetes und der Gemeinsamkeit, wo sie während ihres Aufenthaltes schlafen und sich auch von der Mühe sechs- bis neunstündiger Fußmärsche erholen können.

In der Pfarrei zur Unbefleckten Empfängnis in der Diözese Ayacucho/Peru zum Beispiel wollen sie dafür ein zweites Stockwerk im Pfarrhaus bauen und einrichten. Dafür bitten Sie uns um die gute Tat, konkret: um gutes Geld. Jetzt wissen wir es und haben 11.500 Euro versprochen.

KIN / S. Stein